Rückholaktion: Die Farce vom deutschen Gold

am 17.01.2013 von Jens Blecker auf iknews.de

goldbarren15-300x199Einige feierten bereits frenetisch die Rückholung vom deutschen Gold, der Preis für das edle Metall würde ins Unermessliche steigen, wurde an etlichen Stellen geschlussfolgert. Bei uns mochte diese Euphorie nicht wirklich fruchten, kennen wir doch unsere Pappenheimer aus dem FF. Nun da die Presseerklärung der Bundesbank veröffentlicht ist, vergeht der Glanz der Ankündigung doch recht schnell. Wirklich auswirken dürfte sich diese Aktion auf den Goldpreis nicht.
3391 Tonnen Gold nennt Deutschland sein Eigen, nur 31% davon sollen in Deutschland lagern. Der Bärenanteil, soll in New York bei der FED lagern. In der Studie von Carl Ludwig Thiele sieht die Aufteilung wie folgt aus:

gold_lagerstätten

Nun Gut, beginnen wir mit Frankreich. Die dort gelagerten 374 Tonnen, sollen in Gänze nach Frankfurt überführt werden, eigentlich kein Hexenwerk, könnte man meinen. Eines der Argumente – welches ins Feld geführt wird – seien mangelnde Lagerkapazitäten, so die Bundesbank. Um dem gerecht zu werden, wird die Rückholung über 8 Jahre gestreckt.

Nehmen wir uns kurz Zeit für eine Rechnung. Aufgrund seiner Dichte, liegt ein Kubikmeter Gold bei 19,3 Tonnen. Insgesamt also, wäre ein Platzbedarf von nicht ganz 20 m³ notwendig um dem deutschen Gold ein trockenes Plätzchen in Frankfurt zu sichern. Wirft man einen Blick auf einen Tresor der Bundesbank, wo Gold gelagert ist, sieht es schon so aus, als könnte man das dort noch unterbringen. im folgenden Video ab Minute 0:28 zu sehen:

Ohne auf neue Tresore ausweichen zu müssen, scheint das Gold doch in den Regalen durchaus noch Platz zu finden? Nun denn, wer nicht will, der hat schon?

Gehen wir bei der nun folgenden Rechnung einfach linear vor. 374 Tonnen in 8 Jahren. Da kommen wir auf die sagenhafte Menge von 46,75 Tonnen im Jahr, na wenn das den Goldpreis nicht durch die Decke schiessen lässt? Hier zum Vergleich einen Chart von Zerohedge welcher die Goldimporte Chinas im Jahr 2012 zeigt:

China-Gold-Imports-2012

Alleine China hat von Januar bis November letzten Jahres mehr als das 15 Fache importiert, selbst da blieb ein Preisschub aus. Betrachten wir in diesem Zusammenhang noch die Jahresförderung(2011) von 2700 Tonnen, in diesem Augenblick relativiert sich das Ganze doch etwas.

Ein echtes “Zuckerl” bietet die Studie von Carl-Ludwig Thiele dann auch noch. Ein Bild der Goldreserven bei der FED. Ein leichtes Lachen konnte ich mir nicht verkneifen als ich es sah. Der “prall gefüllte” Tresorraum, wo kein Finger breit mehr Platz ist.

studie_fed_gold
Quelle laut Studie: FED-New York

Na meine Damen und Herren, da dürfte die FED sich doch glücklich schätzen, wenn wir dort für etwas Platz sorgen?

Wie sie sehen, ist es ein Witz, nicht mehr und auch nicht weniger. Meine persönliche Einschätzung zu den Goldreserven sind den Lesern hinlänglich bekannt. Im Fort Knox dürfte das vorhandene Gold kaum noch für eine Plombe reichen. Durch diese massive Streckung wird es keine großen Auswirkungen auf den Goldpreis haben, die Notwendigen Mengen sind relativ einfach auf dem Weltmarkt zu beschaffen. Ins Schwitzen wären die Manipulatoren gekommen, hätte man kurzfristig eine komplette Überprüfung der deutschen Goldreserven im Ausland durchgeführt. Wenn der seit Jahrzehnten stattfindende Schwindel auffliegen würde, dann wäre der Goldpreis nicht mehr zu halten. Aufgrund der massiven Zukäufe Chinas und der kontinuierlich wachsenden Geldmenge ist trotzdem von weiteren Steigerungen auszugehen, aber die “Rückholung” wird da kaum einen Beitrag zu leisten.

Carpe diem