Island hat FBI-Agenten die kamen rausgeworfen

am 06.02.2013 von Freeman auf Alles Schall und Rauch

AsterixIslandWir kennen alle die berühmt gewordene Einleitung aus den Asterixheften die ich hiermit abwandle: „Wir befinden uns im Jahre 2013 n.Chr. Die ganze westliche Welt ist von Bankstern besetzt … die ganze westliche Welt? Nein! Eine von unbeugsamen Isländern bevölkerte Insel im Atlantik hört nicht auf, der NWO Widerstand zu leisten.

Ja die Isländer kommen mir wirklich wie die Bewohner des kleinen gallischen Dorfes vor, die sich erfolgreich gegen die Römer gewehrt haben. Wäre es nicht toll, wenn die Griechen, Spanier, Portugiesen und andere Länder der Eurozone sich ein Beispiel an Island nehmen und die Bankster vor Gericht stellen und der Troika sagen würden, haut verdammt nochmal ab, so wie die Isländer es getan haben.

Die Isländer haben ihre Banken NICHT gerettet sondern pleite gehen lassen und sie haben die verantwortlichen kriminellen Banker VERHAFTET und zu langjährigen Gefängnistrafen VERURTEILT. Etwas was sich keiner bisher getraut hat. Dazu noch, was jetzt erst heraus- gekommen ist, als der Innenminister Islands herausfand, das FBI wäre mit einem Privatjet angekommen, um gegen Wikileaks Untersuchungen durchzuführen, nahm er sich den Fall sofort an und forderte sie auf das Land zu verlassen. Er sagte, ihr seid hier nicht Willkommen und sorgte für ihre Abreise!

Aber gehen wir zurück ins Jahr 2008. Wegen der eigenen Finanzkrise stand Island damals vor dem Kollaps, hat sich aber seitdem gut erholt. Warum? Weil es anders vorging als die anderen Pleitestaaten der Eurozone. Islands Präsident Olafur Grímsson erklärte in Interviews neulich beim WEF in Davos, sie hätten die Banken nicht gerettet. Er sagte:

Ich habe mich oft gefragt: Warum tun wir so, als wären Banken heilige Orte der modernen Wirtschaft? Was unterscheidet Banken von Firmen anderer Branchen, etwa Telekommunikation oder Transport? Es sind private Firmen, und wenn sie grosse Fehler machen, sollten sie auch bankrott gehen können. Sonst signalisiert man den Bankern ja, dass sie beliebig grosse Risiken eingehen können. Haben sie Erfolg, werden sie fürstlich belohnt, scheitern sie, übernehmen die Steuerzahler die Rechnung.

Das Ergebnis dieser Ablehnung des „too big to fail“ ist, dass sich die Wirtschaft in Island in den vier Jahren völlig erholt hat, die Arbeitslosen- zahl sehr niedrig ist und die Zukunftsaussichten gut sind. Im Gegensatz zu den Südländern der Eurozone, wo die Krise immer schlimmer wird, die Wirtschaft am Boden liegt und die Menschen völlig verarmen. Ein Ende der katastrophalen Situation ist nicht in Sicht, im Gegenteil, es wird immer schlimmer.

Klar musste Island seine Währung um 50 Prozent abwerten, was sehr schmerzhaft für die Gesellschaft war. Es wurden auch Kapitalausfuhr- beschränkungen eingeführt. Aber nur für eine kurze Zeit, dann ging es wieder aufwärts. Island wurde wettbewerbsfähig und ist wieder auf dem richtigen Weg.

Auf den Einwand, Island wäre ein Sonderfall, das Land ist sehr klein, hat eine eigene Währung und ist nicht in der EU, sagte Grímsson: „Natürlich war es hilfreich, dass wir unsere Währung, die Krone, abwerten konnten. Das war wichtig. Aber die anderen Punkte haben damit nichts zu tun. Das Wohlfahrtssystem schützen, die Bürger an sozialen und politischen Reformen beteiligen, die Banken pleite gehen lassen – all das hätten wir auch machen können, wenn wir Mitglied der EU gewesen wären.

Die Zwangsjacke des Euros verhindert diese Möglichkeiten für die Südländer. Da sie keine eigene Währung mehr besitzen, haben sie ihre Selbstbestimmung verloren und werden von der Troika fremd regiert. Deshalb gibt es nur eine Lösung, um das elende Siechtum zu beenden, sie müssen aus dem Euro raus und die eigenen Währungen wieder einführen. Ausserdem müssen sie Politiker wählen die im Interesse des Landes arbeiten und nicht für die ausländische Finanzmafia.

Das nächste was die Isländer gemacht haben ist, die Banker vor Gericht zu stellen. Im Juni 2012 hat das Oberste Gericht Islands den ehemaligen CEO der Byr Bank, Ragnar Z. Guðjónsson, und dessen Vorstandsvor- sitzenden, Jón Þorsteinn Jónsson, im sogenannten Exeter-Fall zu 4 1/2 Jahren Gefängnis verurteilt. Das sind die höchsten Gefängnisstrafen die jemals in Island wegen Wirtschaftsverbrechen verhängt wurden. Weitere Gerichtsfälle gegen Banker sind noch am Laufen und werden ähnlich ausgehen.

Damit will die isländische Justiz zeigen, die Chefs der Banken werden für ihre kriminellen Handlungen bestraft und kommen nicht so ungeschoren davon wie es in New York, London oder Frankfurt der Fall ist. Kein einiger Banker wurde dort bisher für das Billionen-Desaster welches sie angerichtet haben angeklagt und schon gar nicht verurteilt. Die einzigen die bestraft wurden sind die Steuerzahler und Bürger, denen man von den Regierungen her die brutalsten Sparmassnahmen auferlegt hat.

Aber nicht nur Banker wurden verurteilt und man hat das „too big to jail“ abgelehnt, auch Politiker bzw. Beamte kamen dran. Wegen Insider- handel wurde der ehemalige Unterstaatssekretär im Finanzministerium, Baldur Guðlaugsson, zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt. So etwas ist undenkbar bei uns. Da wird kein einziger Politiker oder Staatsbeamte zur Verantwortung für die Schuldenkrise gezogen.

Island ist also ein gutes Beispiel wie man es erfolgreich anders macht und den Bankern zeigt, sie können nicht machen was sie wollen. Aber sie sind auch in anderer Hinsicht standhaft gewesen. Im August 2011 ist eine Gruppe von FBI-Agenten in Island gelandet und forderte die Polizei auf ihnen bei Untersuchungen gegen Wikileaks zu helfen. Das hat der Sprecher von Wikileaks, Kristinn Hrafnsson, gegenüber dem RÚV Nachrichtenmagazin am 30. Januar 2013 in einem Interview erzählt.

Das FBI kam mit einem Privatjet und landete auf dem Flughafen von Reykjavík. Laut meinen Informationen, die sehr gesichert und bestätigt sind, wurde Innenminister Ögmundur Jónasson über ihre Ankunft informiert und er reagierte erbost, weil es eine unglaubliche Frechheit ist einfach so hierher zu kommen,“ sagte Kristinn.

Laut meinen Informationen verlangte er, dass diese Agenten ihre Sachen packen, das Flugzeug besteigen und das Land verlassen,“ fügte Kristinn hinzu. „Ich weis das wurde später innerhalb der Regierung diskutiert, die formell bei den US-Behörden protestierte.

Ögmundur hat die Aussage von Kristinn gegenüber RÚV bestätigt. „Eine Gruppe von ausländischen Agenten kamen ins Land im August 2011, verlangten Unterstützung um eine bestimmte Sache zu untersuchen. Ihr Verlangen wurde abgelehnt, da es unnatürlich ist für fremde Polizeikräfte in Island Untersuchungen durchzuführen,“ sagte der Innenminister.

Was für mutige Helden, obwohl das eigentlich völlig selbstverständlich ist. Nur nicht bei uns. Da kommen die FBI, CIA und was immer für amerikanische Agenten nach Europa und meinen sie können tun und lassen was sie wollen. Sie werden von den Sicherheitsorganen unterstützt und geniessen quasi Immunität. Ob in Deutschland, Österreich oder der Schweiz, die amerikanischen Agenten führen sich auf wie Zuhause, halten sich an keine Gesetze und gehen sogar her und entführen die Staatsbürger der Länder wegen „Terrorverdacht“ und verfrachten sie irgendwo in ein Foltergefängnis. Kein Wunder suchte Assange Schutz in der Botschaft von Ecuador.

Was lernen wir aus dem was Island macht? Es geht auch anders, statt sich den Banken zu unterwerfen, ihnen Billionen an Steuergelder zu geben und die Bankster ungestraft davonkommen zu lassen. Das muss nicht sein. Im Gegenteil, so kommt man wieder aus der Krise raus wie Island mit einem ständigen Wirtschaftswachstum beweist. Island ist auch nicht von Washington wegen dem Rauswurf der FBI-Agenten bombardiert worden und im Atlantik versunken. Man muss nur mit Nachdruck den Amis NEIN sagen, dann kapieren sie es.

Von was müssen wir Angst haben? Sind wir nur noch konsumierende Hosenscheisser die keinen Mumm in den Knochen haben? Sieht so aus. Muss uns erst ein kleines Land vormachen wie es geht? Wir wissen doch was alles schiefläuft. An einem Informationsmangel liegt es doch nicht. Der Grund warum sich nichts verändert liegt alleine an uns, weil wir keine Konsequenzen ziehen und Politiker dulden die Verräter sind. Man bekommt immer das was man verdient!

————————————Was die Spanier den Deutschen zu sagen haben: