Das Assad Interview mit der Zeitung „Sunday Times“

am 03.03.2013 auf  Global Research

Übersetzung vonSteven Black am 08. 03.2013 auf THE INFORMATION SPACE

AsatIn unseren Breitengraden wurde dieses Interview  nur sehr marginal erwähnt. Der englischsprachige Raum jedoch, kommt in diesen Genuss. Gibt man die Worte “Assad Interview” im Google-Dingens ein, erhält man beeindruckende 115 000 000 Ergebnisse! Aber man findet nur das Video in Englisch, einmal wieder – vom Spiegel. Oh, Irrtum, klickt man das an, ist Fehlanzeige .. es findet sich dafür ein Artikel ÜBER das Interview, indem Baschar Assad erneut zerrissen wird, das Wort im Munde umgedreht: “In einem der zuletzt seltenen Interviews begründete er dies auch: Sein Rückzug würde die Gewalt ohnehin nicht beenden.”

Und sie werden NICHT müde, die “Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte” zu erwähnen, um ihren pubertären Müll zu “legitimieren”. Deswegen machte ich mir die Mühe, dieses Interview zu übersetzen.

Ich denke, daß politisch interessierte Menschen, dieses Interview schätzen werden. Es vermittelt uns einen Eindruck davon, warum Assad immer noch da ist, während es leider Gaddafi nicht geschafft hat .. was die Lakaien der NWO immer verzweifelter, zu wilden Plänen greifen lässt, wie der kürzlich aufgeflogene Versuch der Ermordung von Assad und seinem Außenminister.

Tatsächlich beginne ich langsam, ein wenig Bewunderung für dessen Stehvermögen und intellektuelle Leistungsfähigkeit zu empfinden. Wenn nur ein Viertel davon wahr ist, was er sagt, dann täte mehreren Ländern eine solche Figur, wie Baschar al Assad, ganz gut ..

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Eine Übersetzung für “The Information Space” durch Steven Black:

SUNDAY TIMES INTERVIEW MIT BASCHAR AL ASSAD vom 3.3.2013

Sunday Times: Mr. Präsident, Ihr letztes Angebot des politischen Dialoges wurde mit einer strikten Ablehnung genau der Gruppen abqualifiziert, die Sie beruhigen müssten, um die Gewalt zu stoppen: die bewaffneten Rebellen und die syrische Nationalkoalition, das wichtigste Oppositionsbündnis.

Praktisch dehnen Sie also einen Olivenzweig nur zum loyalen Widerstand, hauptsächlich intern aus, wer den bewaffneten Kampf aufgibt und die Rechtmäßigkeit Ihrer Führung anerkennt, mit denen wollen Sie reden, wirklich?

Präsident Assad: Zuerst einmal, lassen Sie mich bitte einige der zirkulierenden und falschen Auffassungen korrigieren, die sich in Ihrer Frage wiederfinden, damit meine Antwort korrekt ist.

Sunday Times: okay.

Präsident Assad: Erstens, als ich den Plan verkündete, sagte ich, dass es für jene war, die sich für den Dialog interessieren, weil Sie keinen Plan der auf Dialog basiert mit jemandem machen können, der nicht an einen Dialog glaubt. Deshalb war ich hinsichtlich darüber sehr klar.

Zweitens, sollte dieser offene Dialog nicht zwischen ausschließlichen Gruppen, sondern allen Syrern jedes Niveaus sein. Der Dialog geht um die Zukunft von Syrien. Wir sind dreiundzwanzig Millionen Syrer und alle von uns haben das Recht daran teilzunehmen, wie sich die Zukunft des Landes entwickelt. Einige betrachten es vielleicht als einen Dialog zwischen der Regierung und bestimmten Gruppen um den Widerstand – ob nach innen oder außen, extern oder intern, in Wirklichkeit ist dies eine sehr seichte Art, den Dialog anzuschauen. Es ist viel umfassender. Es geht um jeden Syrer und jeden Aspekt des syrischen Lebens. Syriens Zukunft, kann nicht einfach nur durch seine Führung bestimmt werden, sondern durch die Ambitionen und hohen Ziele, aller seiner Menschen.

Der andere Aspekt des Dialoges ist, daß es die Tür für Kämpfer öffnet, die ihre Waffen aufgeben und wir haben viele Amnestien gewährt, um dieses zu erleichtern. Dies ist der einzige Weg, einen Dialog mit jenen Gruppen zu machen. Dies hat schon, sogar schon vor dem Plan begonnen, und einige haben ihre Waffen auch aufgegeben, und sie führen jetzt ein normales Leben. Aber dieser verkündete Plan macht den ganzen Prozess methodischer und klar.

Wenn Sie über den Widerstand reden wollen, gibt es eine weitere falsche Auffassung im Westen. Sie setzen alle Entitäten, auch wenn sie nicht homogen sind – in einen Korb, als ob alles Widerstand gegen gegen die Regierung ist. Wir müssen klar darüber sein. Wir haben Widerstand, die politische Einheiten sind, und wir haben bewaffnete Terroristen. Wir können uns mit Dialog mit dem Widerstand beschäftigen, aber wir können uns nicht mit Dialog mit Terroristen beschäftigen; wir bekämpfen Terrorismus.

Eine weitere Phrase, die oft erwähnt wird, ist der “interne Widerstand in Syrien”, oder auch “internem Widerstand” aber loyal zur Regierung.’ Oppositionsgruppen sollten in Syrien loyal und patriotisch sein – interner und externer Widerstand, dabei geht es nicht um die geographische Position; es geht um ihre Wurzeln, Ressourcen und Darstellung. Sind diese Wurzeln in Syrien gepflanzt worden und werden syrische Leute und syrische Interessen, oder die Interessen fremder Regierungen dargestellt? Also, so ist es, wie wir den Dialog anschauen, so haben wir angefangen und so werden wir ihn weiter fortsetzen.

Sunday Times: Die meisten haben abgelehnt, zumindest wenn wir von der “äußeren Opposition”, wenn wir jetzt über den Körper sprechen, der als die Opposition gefeiert wird und wo im Grunde die ganze Welt hinter ihnen steht. Also, die meisten von ihnen haben es abgelehnt, die Opposition beschreibt Ihr Angebot als eine “Verschwendung von Zeit”, und einige haben gesagt, dass es ‘leere Rhetorik’ auf der Grundlage von Mangel an Vertrauen ist und der Britische Außenminister William Hague beschrieb es als “jenseits von heuchlerisch” und die Amerikaner sagten, daß Sie “von der Wirklichkeit ‘getrennt” wurden.

Präsident Assad: Ich werde nicht darauf eingehen, was so genannte syrische Einrichtungen außerhalb Syriens gesagt haben. Diese Körper sind nicht unabhängig. Als Syrer sind wir unabhängig, und wir müssen unabhängigen Körpern antworten, und dies ist nicht der Fall. Schauen wir uns deshalb die anderen Behauptungen an.

Erstens, Getrennt von der Wirklichkeit: Syrien hat zwei Jahre lang Gegner und Feinde bekämpft; Sie können daß nicht machen, wenn Sie keine öffentliche Unterstützung haben. Die Leute werden Sie nicht unterstützen, wenn Sie von ihrer Wirklichkeit getrennt sind. Eine letzte Umfrage im Vereinigten Königreich zeigt, dass ein gutes Verhältnis britische Leute sich “von Syrien fernhalten” wollen und sie glauben nicht, dass die britische Regierung den Rebellen in Syrien Militärvorräte und Kriegsmaterial schicken sollte.

Trotzdem setzt die britische Regierung Bestrebungen fort, die EU anzuschieben, ihr Waffenembargo gegen Syrien aufzuheben, um bewaffnete Kämpfer mit schweren Waffen zu beliefern. Das ist es, was ich losgelöst von der Realität nenne, wenn Sie von Ihrer eigenen öffentlichen Meinung getrennt sind! Und sie gehen weiter, daß sie “Militärhilfe” senden wollen, die sie als “nicht-tödlich” beschreiben.’ Die Intelligenz, Kommunikation und die finanziellen Hilfeleistungen ist sehr tödlich. Die Ereignisse des 11. September wurden nicht durch tödliche Hilfe begangen. Es war die Anwendung von nicht-tödlicher Technologie und Ausbildung, die diese Grausamkeiten verursachte.

Die britische Regierung will “gemäßigten Gruppen” militärische Hilfe schicken, Und weiß ganz genau, daß solche gemäßigte Gruppen nicht in Syrien existieren; wir alle wissen, dass wir jetzt Al-Qaeda oder Jabhat al-Nusra bekämpfen, welcher ein Ableger von Al-Qaeda ist, und andere Gruppen von indoktrinierten Leuten mit extremen Ideologien. Dies ist darüber hinaus heuchlerisch!

Das, was jenseits der Heuchelei ist, ist, wenn Sie über Redefreiheit reden und dem syrischen Fernsehen deswegen den Zugang zu den europäischen Sendungssatelliten verbieten; wenn Sie für jemand Tränen vergießen, der in Syrien durch Terrorakte getötet wurde, während der Sicherheitsrat an der Ausgabe einer Aussage gehindert wurde, das Selbstmordattentat zu ächten, das letzte Woche in Damaskus geschah und Sie waren hier, wo dreihundert Syrer entweder getötet oder verletzt wurden, einschließlich Frauen und Kinder – sie alle waren Zivilisten. Jenseits der Heuchelei ist, wenn Sie über Menschenrechte predigen, und Sie gehen in den Irak, Afghanistan und Libyen und machen Hunderttausende Leben, in illegalen Kriegen zunichte. Jenseits der Heuchelei ist, wenn Sie über Demokratie reden, und Ihre nächsten Verbündeten sind daß schlimmste autokratische Regime in der Welt, das ins mittelalterliche Jahrhundert gehört. Das ist Heuchelei!

Sunday Times: Aber Sie beziehen sich immer nur auf die Leute, die hier als Terroristen kämpfen, akzeptieren Sie, daß, während einige von Jabhat al-Nusra sind und jene zu Al-Qaeda gehören, aber daß es andere wie die FSA, oder unter dem Schirm von der FSA gibt? Dass einige von ihnen Abtrünnige sind und einige von ihnen einfach gewöhnliche Leute sind , die den Aufstandes begannen. Diese sind keine Terroristen; diese sind Leute, die für das kämpfen woran sie glauben, daß es im Moment der richtige Weg ist.

Präsident Assad: Wenn wir sagen, dass wir Al-Qaeda bekämpfen, meinen wir, daß sie die Hauptterroristengruppe und das Al-Qaeda die Gefährlichsten sind. Ich habe in vielen Interviews und Reden dargelegt, dass dies nicht die einzige Gruppe in Syrien ist. Das Spektrum bewegt sich von geringfügigen Verbrechern, es gibt Drogenhändler, Gruppen, die töten, und Entführungen planen, nur für Geld um Söldner und Kämpfer zu bezahlen; diese haben eindeutig keinerlei politische Tagesordnung, oder keine ideologischen Motivationen.

Die so genannte ‘freie Armee’ ist keine Einheit, wie Sie im Westen Ihre Leser glauben machen möchten. Es sind Hunderte von kleinen Gruppen – die im Sinne von internationalen Gremien mit Annan und Al-Ibrahimi arbeiten – es gibt keine Stelle, es gibt keine Führung, es gibt keine Hierarchie; Es ist eine Gruppe von verschiedenen Banden, die aus verschiedenen Gründen zusammenarbeiten. Die Freie Syrische Armee ist nur die Überschrift, das gemeinsame Dach, das verwendet wird, um diese Gruppen zu legitimieren.

Dies bedeutet nicht, daß es dort keine spontane Bewegung am Anfang des Konflikts gab; es gab Leute, die in Syrien Änderungen machen wollten, und ich habe daß oft öffentlich anerkannt. Das ist es, warum ich gesagt habe, daß der Dialog nicht für den Konflikt selbst ist; der Dialog ist für die Zukunft von Syrien, weil viele der Gruppen die jetzt Veränderungen wollen, immer noch gegen die Terroristen sind. Sie treten immer noch der Regierung entgegen, aber sie tragen keine Waffen. Legitime Bedürfnisse werden nicht durch Ihre Waffen legitim.

Sunday Times: Ihr 3-Stufen Plan: das Erste, wovon Sie sprechen, ist die Einstellung der Gewalt. Offensichtlich gibt es die Armee und die Kämpfer auf der anderen Seite. Jetzt innerhalb der Armee haben Sie eine Hierarchie, deshalb wenn Sie Waffenruhe sagen, gibt es einen Kommandanten, der das kontrollieren kann, aber wenn Sie die Einstellung der Gewalt, oder des Gewehrfeuers anbieten, wie können Sie das Gleiche für die Rebellen annehmen, wenn Sie der Ansicht sind, daß Sie so viele Zersplitterte Gruppen sind und nicht unter einer Führung. Also, daß ist einer der Punkte Ihres Planes. Also, daß ist im Grunde eine unmöglicher Vorschlag.

Sie sprechen von einem Referendum, aber mit so vielen Vertriebenen extern und intern, viele von denen sind das Rückgrat der Opposition; zumindest diejenigen, die verdrängt wurden. Also, ein Referendum ohne sie wäre nicht fair, und der dritte Teil sind die Parlamentswahlen und all dies hoffentlich vor 2014; Es ist eine sehr große Liste, die bis 2014 erreicht werden sollte. Deshalb, was sind wirklich die angebotenen Bedingungen, die Sie zum Dialog anhängen möchten und Zustande bringen, und sind nicht einige der Bedingungen, die Sie vorschlagen wirklich unmöglich zu erreichen?

Präsident Assad: Das hängt davon ab, wie wir die Situation anschauen. Zuerst einmal sagen wir, dass der Hauptartikel im ganzen Plan der Dialog ist; dieser Dialog wird einen Stundenplan für alles sein und die Verfahren, oder die Details dieses Planes setzen. Der erste Artikel in meinem Plan war die Einstellung der Gewalt. Wenn wir diese Gewalt nicht anhalten können, wie sollen wir die anderen Artikel, wie den Volksentscheid und die Wahlen, und so weiter erreichen können? Aber zu sagen daß Sie die Gewalt nicht beenden können, ist kein Grund, nichts zu machen. Ja, es gibt viele Gruppen ohne Führung, wie ich gesagt habe, aber wir wissen, dass ihre wirkliche Führung jene Länder sind, die ihre Waffen liefern und deren Kriegsstärke finanzieren. Hauptsächlich die Türkei, Katar und Saudi-Arabien.

Wenn Außenstehende außerhalb der Parteien ,wirklich den Prozess unterstützen wollen, sollten sie jene Länder unter Druck setzen, damit sie aufzuhören, die Terroristen zu beliefern. Wie jeder andere souveräne Staat, werden wir mit Terroristen nicht verhandeln.

Sunday Times: Kritiker sagen, daß wirkliche und echte Verhandlungen, vielleicht die Ursache Ihres Scheiterns wären und daß Ihrer Regierung oder Ihrem Regime, und da Sie dieses wissen, bieten Sie also deswegen, praktisch unmögliche Pläne für Dialog und Verhandlungen an?

Präsident Assad: Eigentlich weiß ich davon nichts, ich kenne das Gegenteil davon. Um logisch und realistisch zu sein, wenn dies der Fall wäre, dann sollten diese Gegner, oder Oppositionelle aus ihrer Sicht doch auf den Dialog drängen, wenn es doch meinen Untergang bringen wird. Aber eigentlich machen sie das Gegenteil. Sie verhindern, daß die sogenannten “Oppositionskörper außerhalb Syriens” am Dialog teilzunehmen, weil ich glaube, daß sie ans Gegenteil glauben; sie wissen, daß dieser Dialog nicht zu meinen Sturz führen wird, sondern eigentlich Syrien stärker machen. Dies ist der erste Aspekt.

Der zweite Aspekt ist, daß der ganze Dialog über Syrien, über Terrorismus, und über die Zukunft von Syrien ist. Es geht dabei nicht um Positionen und Persönlichkeiten. Deshalb sollten sie keine Leute ablenken, indem sie über den Dialog Reden und darüber, was es dem Präsidenten bringen wird, oder nicht. Ich machte es nicht für mich. Am Ende ist dies widersprüchlich; daß, was sie sagen, widerspricht dem, was sie machen.

Sunday Times: Sie sagten, daß, wenn sie auf Dialog drängen, es Ihren Sturz bringen könnte?

Präsident Assad: Nein, ich sagte dem zufolge, wenn sie sagen, es könnte meinen Sturz bedeuten, warum kommen sie dann nicht zum Dialog? Sie sagen, dass der Dialog den Niedergang des Präsidenten bringen wird, und ich lade sie zum Dialog ein. Warum kommen sie dann nicht zum Dialog, um meinen Sturz zu feiern? Dies ist selbst- erklärend. Das ist der Grund, warum ich sagte, dass sie sich widersprechen.

Sunday Times: Mr. Präsident, John Kerry, ein Mann, den Sie gut kennen, hat eine Tour begonnen, die ihn dieses Wochenende zu Saudi-Arabien, Katar und der Türkei bringen wird, wo er über Wege, “Ihren Abgang zu erleichtern” mit ihnen reden wird. Zu Beginn dieser Woche sagte er in London und Berlin, daß Präsident Assad gehen muss, und er sagte auch, daß es einer seiner ersten Bewegungen ist, diplomatische Vorschläge zu entwerfen, Sie zu überreden, die Macht aufzugeben. Würden Sie ihn für Gespräche nach Damaskus einladen? Was würden Sie ihm sagen? Was ist Ihrer Mitteilung an ihn, dafür, was er diese Woche sagte, was er plant, seinen Verbündeten zu sagen, jetzt, wenn er Sie im Verlauf des Wochenendes besucht? Und wenn möglich, was Sie von ihm wissen, wie würden Sie Kerry nach Ihren Kenntnissen, wie er in der Vergangenheit war beschreiben?

Präsident Assad: Ich würde eher Politik beschreiben, anstatt Leute zu beschreiben. Deshalb ist es immer noch früh, ihn zu beurteilen. Es ist nur einige Wochen vergangen, seit er Außenminister wurde. Zuallererst wird der Punkt, den Sie erwähnt haben, in Verbindung mit internen syrischen Sachen, oder syrischer Fragen gebracht. Irgendein syrisches Thema würde mit keinen Ausländern diskutiert werden. Wir besprechen es nur mit Syrern innerhalb Syriens. Deshalb werde ich es mit niemandem besprechen, der aus dem Ausland kommt. Wir haben Freunde, und wir besprechen unsere Fragen mit unseren Freunden, wir hören auf ihrem Rat, aber am Ende ist es unsere Entscheidung als Syrer, darüber nachzudenken, was für unser Land gut ist, oder was wir machen.

Wenn jemand “wirklich” -ich betone das Wort wirklich – Syrien “helfen will”, dann kann er eines tun: helfen, die Einstellung der Gewalt in unserem Land zu erreichen; er kann in die Türkei fahren und sich mit Erdogan zusammensetzen und ihm auftragen, hören Sie auf, Terroristen nach Syrien zu schmuggeln, hören Sie auf, Kriegsverstärkung zu schicken, beenden Sie die logistische Unterstützung, die für jene Terroristen bereitsteht. Er kann nach Saudi-Arabien und Katar fahren und dort erzählen, daß sie aufhören sollen, die Terroristen in Syrien zu finanzieren. Dies ist das einzige, was jeder kann tun, im Umgang mit dem externen Teil unseres Problems, aber niemand von außerhalb Syriens, kann sich mit dem internen Teil dieses Problems beschäftigen.

Sunday Times: Also, was ist jetzt Ihre Mitteilung für Kerry?

Präsident Assad: Das ist sehr klar: um zu verstehen, was ich jetzt sagte. Ich meine, keine Mitteilung zu Kerry, oder irgendjemanden, der über die syrische Frage redet: nur syrische Leute können dem Präsidenten sagen: sie können bleiben, oder haben die Erlaubnis zu kommen oder zu gehen. Ich sage das gerade sehr deutlich, um nicht die Zeit von anderen zu vergeuden, damit jeder weiß, worauf ich mich konzentriere.

Sunday Times: Welche Rolle wenn Sie irgendeine sehen, sehen Sie für Großbritannien in irgendwelchen Friedensprozessen für Syrien? Hat es irgendwelche zwanglose Kontakte mit den Briten gegeben? Was ist Ihre Reaktion auf Cameron’s Unterstützung für den Widerstand? Was würden Sie sagen, wenn Sie jetzt mit ihm zusammen säßen, besonders, weil Britannien die Bewaffnung der Rebellen verlangt?

Präsident Assad: Es gibt schon lange keinen Kontakt mehr zwischen Syrien und Britannien. Wenn wir über die Rolle reden wollen, können Sie die Rolle nicht von der Glaubwürdigkeit trennen. Und wir können die Glaubwürdigkeit nicht von der Geschichte dieses Landes trennen. Jetzt, um offen zu sein, spreche ich mit einem britischen Journalisten und einem britischen Publikum, um offen zu sein, Britannien hat eine erstklassig (in unserem Gebiet) unkonstruktive Rolle, in vielen anderen Fragen, jahrzehntelang, einigen Meinungen nach Jahrhundertelang gespielt. Ich teile Ihnen jetzt die Wahrnehmung in unserem Gebiet mit.

Das Problem mit dieser Regierung ist, daß der Höhepunkt ihrer seichten und unreifen Rhetorik nur die Tradition von Tyrannisieren und Hegemonie hervorhebt. Ich bin offen. Wie können wir erwarten, Britannien zu fragen, eine Rolle zu spielen, während es bestimmt, daß Problem zu militarisieren? Wie können wir Sie bitten, eine Rolle darin zu spielen, die Situation besser und stabiler zu machen, wie können wir erwarten, daß sie weniger mit Gewalt machen, während sie den Terroristen Militärvorräte schicken wollen, und nicht bemüht nicht, den Dialog zwischen den Syrern zu unterstützen. Dies ist nicht logisch. Ich glaube, dass sie gegen uns arbeiten und gegen das Interesse vom Vereinigten Königreich selbst arbeiten. Diese Regierung handelt in einer naiven, verwirrten und unrealistischen Art. Wenn sie eine Rolle spielen wollen, müssen sie dieses verändern; sie müssen auf eine angemessenere und verantwortliche Weise handeln, bis dahin erwarten wir nicht von einem Brandstifter, Feuerwehrmann zu sein!

Sunday Times: Sie sagten 2011, dass Sie Ihre Zeit nicht damit verschwenden würden, über den führenden Widerstandskörper zu reden, tatsächlich sprechen wir jetzt über den externen Körper, in der Tat erkannten Sie zuvor kaum an, daß es so eine Sache gab; was hat vor kurzem Ihren Verstand, oder Ihre Sichtweise verändert? Was spricht dafür, wenn wir schon mit den Rebellen weitermachen, daß diese ein bedeutender Bestandteil und ein Faktor in dieser Krise sind? Besonders darauf bezogen, was Ihr Außenminister Muallem sagte, als er anfangs dieser Woche in Russland war, daß die Regierung offen für Gespräche mit der bewaffneten Opposition ist, wollen Sie das aufklären?

Präsident Assad: Eigentlich habe ich meine Meinung nicht geändert. Nochmal, dieser Plan ist nicht für sie; er ist für jeden Syrer, der den Dialog annimmt. Deshalb ist diese Initiative zu machen, kein Sinneswandel. Beinahe zwei Jahre lang, seit dem Tag dieser Krise haben wir gesagt, daß wir zu Dialogen bereit sind; nichts hat sich verändert. Wir haben eine sehr konsequente Position zum Dialog. Einige könnten es so verstehen, daß ich meine Meinung änderte, weil ich die erste Gruppe nicht anerkannte, aber dann anerkannte ich die zweite. Ich erkenne niemanden an, der wichtiger als die syrischen Leute ist, oder nehmen sie ernst. Wenn Sie ein Produkt haben, das auf dem Markt versagt, ziehen sie das Produkt zurück, ändern den Namen, ändern die Verpackung, und sie veröffentlichen es wieder und wieder – aber das ist immer noch fehlerhaft. Die ersten und zweiten Körper sind dieselben Produkte mit dem verschiedenen Verpackungen. Bezüglich dessen was unser Minister sagte, ist das sehr klar.

Ein Teil der Initiative ist, dass wir bereit sind, mit jedem, einschließlich Kämpfern zu verhandeln, die bereit sind, sich der Arme zu ergeben. Wir werden nicht mit Terroristen verhandeln, die entschlossen sind, Waffen zu tragen, Leute zu terrorisieren, Zivilisten zu töten,. öffentliche Stellen oder private Unternehmen anzugreifen und das Land zu zerstören

Sunday Times: Mr. Präsident, die Welt schaut Syrien an und sieht ein Land das zerstört wird, wenigstens mit 70,000 Getöteten, mehr als 3 Millionen Flüchtlingen und mit konfessionellen Teilungen, die weiter verstärkt werden. Viele Völker rund um die Welt, beschuldigen Sie. Was sagen Sie ihnen? Sind Sie dafür verantwortlich zu machen, was ist im Land geschehen ist, daß Sie führen?

Präsident Assad: Sie haben jene Zahlen bemerkt, als ob sie Zahlen von einer Tabelle wären. Zum einen werden Teilnehmer dazu verwendet, um ihre politische Tagesordnung voranzubringen; leider ist das eine Wirklichkeit. Unabhängig von ihrer Genauigkeit, für uns Syrier, vertritt jede jener Zahlen, einen syrischen Mann, Frau oder Kind. Während Sie über ungefähr Tausende von Opfern reden, sehen wir Tausende von Familien, die Geliebte Menschen verloren haben, und wo einige leider viele Jahre lang sich Sorgen, ob sie noch kommen werden. Niemand kann diesen Schmerz mehr fühlen als wir.

Die Frage politischer Tagesordnungen anschauend, müssen wir bessere Fragen stellen. Wie wurden diese Zahlen verifiziert? Wie vielen davon stellen fremde Kämpfer dar? Wie viele waren Kämpfer, im Alter von zwischen 20 und 30? Wie viele waren Bürger – unschuldige Frauen und Kinder? Die Situation auf dem Boden macht es fast unmöglich, genaue Antworten auf diese wichtigen Fragen zu bekommen. Wir alle wissen, wie Tode und menschliche Unfälle in der Vergangenheit manipuliert worden sind, um für einen “humanitären Eingriff” den Weg zu ebnen. Die libysche Regierung gab kürzlich bekannt, dass die Zahl der Todesopfer vor der Invasion Libyens übertrieben wurde; sie sagten fünftausend Opfer von jeder Seite, während die Zahlen in dieser Zeit von mehreren zehntausend Opfern sprachen.

Die Briten und die Amerikaner, die während des Krieges physisch innerhalb des Iraks waren, waren damals außer Stande, genaue Zahlen über die Opfer zur Verfügung zu stellen, die von ihrer Invasion getötet worden sind. Plötzlich haben dieselben Quellen sehr genaue Zahlen darüber, was in Syrien geschieht. Das ist sehr ironisch; Ich werde Ihnen einfach sagen, dass diese Zahlen nicht in der Wirklichkeit existieren; es ist Teil von ihrer virtuellen Wirklichkeit, welche sie schaffen wollen, um ihre Tagesordnung unter dem Titel humanitären Eingriffes, in einen militärischen Eingriff zu münden.

Sunday Times: Wenn ich noch einmal ein kleines bisschen bezüglich dieser Notiz darf: Auch wenn die Zahlen übertrieben und definitiv nicht präzise sind, diese bestätigte Zahlen, über syrische Gruppen , aber es sind immer noch Tausende, die getötet wurden. Einige sind Kämpfer, aber einige sind Zivilisten. Einige wurden durch die militärische Offensive getötet, zum Beispiel Artillerie oder durch Angriffe in bestimmte Gebiete eingeebnet. Deshalb, selbst wenn wir die eigentliche Zahl nicht diskutieren, das Gleiche gilt, sie beschuldigen sie immer noch für jene Zivilisten, wenn Sie so wollen, welche durch die militärische Offensive getötet wurden, akzeptieren Sie das?

Präsident Assad: Erstens können wir nicht ohne ihre Namen, über diese Zahlen reden. Leute, die getötet werden haben Namen. Zweitens, warum starben sie? Wo und wie wurden sie getötet? Wer tötete sie? Bewaffnete Banden, Terroristengruppen, Verbrecher, Entführer, die Armee, wer?

Sunday Times: Es ist eine Mischung.

Präsident Assad: Es ist eine Mischung, aber es scheint, dass Sie andeuten, daß eine Person alleine für die aktuelle Situation und alle menschlichen Unfälle verantwortlich ist. Von Tag Eins an, ist die Situation in Syrien von militärischer und politischer Dynamik beeinflusst worden, die beides sehr schnelle Bewegungen sind. In solchen Situationen haben Sie Katalysatoren und Hindernisse. Irgendeine individuelle Partei anzunehmen, die für alle Hindernisse und alle weiteren Parteien und verantwortlich ist für alle Katalysatoren , ist völlig absurd. Zu viele unschuldige Zivilisten sind gestorben, zu viele Syrer leiden. Wie ich schon gesagt habe, niemand schmerzt es mehr als uns Syrern, darum drängen wir auf einen nationalen Dialog. Ich bin nicht im Schuldunternehmen, aber wenn Sie von Verantwortung reden, dann habe ich eindeutig eine verfassungsmäßige Verantwortung, Syrien und seine Leute vor Terroristen und radikalen Gruppen zu beschützen.

Sunday Times: Was ist die Rolle von Al-Qaeda und anderer Jihadisten, und welche Drohungen werfen sie auf dem Gebiet und Europa auf? Sind Sie besorgt, daß sich Syrien, in etwas ähnliches wie Tschetschenien in der Vergangenheit verwandelt? Sind Sie besorgt über das Schicksal von Minderheiten,wenn Sie diesen Krieg verlieren, oder in einen sektiererischen Krieg mündet, ähnlich dem des Irak?

Präsident Assad: Die Rolle von Al-Qaeda in Syrien ist nicht anders, wie die Rolle von Al-Qaeda irgendwo in dieser Welt; Tötungen, Enthauptungen, sie foltern und hindern Kinder daran zur Schule zu gehen, weil, wie Sie wissen, florieren Al-Qaeda ‘s Ideologien nur dort, wo es Unwissenheit gibt. Ideologisch bemühen sie sich, die Gesellschaft mit ihren dunklen, extremistischen Ideologien zu infiltrieren – und sie sind erfolgreich. Wenn Sie sich um etwas in Syrien sorgen wollen, sind es nicht “die Minderheiten”. Dies ist eine sehr seichte Beschreibung, weil Syrien ein Schmelztiegel von Religionen, Sekten, Volkstum und Ideologien ist, die gemeinschaftlich eine homogene Mischung bilden, irrelevant von ihren Teilen oder den jeweiligen Prozenten. Wir sollten uns um die Mehrheit der gemäßigten Syrer sorgen, weil, wenn wir diesen Extremismus nicht bekämpfen, könnte sie die Minderheit werden – an diesem Punkt wird Syrien aufhören zu existieren.

Wenn Sie sich in diesem Sinne um Syrien sorgen, müssen Sie sich um den ganzen Mittleren Osten sorgen, weil wir die letzte Bastion des Säkularismus, in dem Gebiet sind. Wenn Sie sich um den Mittleren Osten sorgen, sollte sich die ganze Welt über ihre Stabilität sorgen. Dies ist die Wirklichkeit, wie wir es sehen.

Sunday Times: Wie bedrohlich ist Al-Qaeda jetzt?

Präsident Assad: Die Bedrohung liegt mehr auf ihrer Ideologie, als ihre Tötungen. Die Tötungen sind gefährlich, natürlich, aber das, was unwiderruflich zerstörerisch ist, ist die Ideologie; das ist gefährlich, und wir haben viele Jahre lang sogar vor diesem Zusammenstoß gewarnt; wir haben uns seit den späten Siebzigern mit diesen Ideologien beschäftigt. Wir waren die Ersten im Gebiet, die mit solchen Terroristen zu verhandeln begannen, die den Umhang vom Islam angenommen haben. Wir haben konsequent vor denen gewarnt, besonders im letzten Jahrzehnt, während der Invasion von Afghanistan und Irak. Der Westen reagiert nur stellvertretend auf die Situation. Wir müssen handeln, indem wir uns zuerst mit der Ideologie beschäftigen. Ein Krieg gegen Terror, ohne sich mit der Ideologie zu beschäftigen, wird Sie nirgends hinführen und wird die Dinge nur schlechter machen. So ist es bedrohlich, und es ist gefährlich, nicht nur für Syrien, sondern das ganze Gebiet.

Sunday Times: Amerikanische Beamte sagten vor kurzem, speziell zitiert von gestern, daß die amerikanische Entscheidung, keine Rebellen zu bewaffnen, revidiert werden könnte. Wenn dies passieren würde, was sind aus Ihrer Sicht die Folgen in Syrien und dem Gebiet? Was ist Ihre Warnung davor? Jetzt reden sie darüber, die Rebellen direkt mit starken Kriegsfahrzeugen, Training und Körperbewaffnung auszustatten.

Präsident Assad: Sie wissen, daß es in diesem Verbrechen nicht nur um das Opfer und den Verbrecher geht, sondern auch die Komplizen, die Unterstützung bereitstellen, ob es nun moralische oder logistische Unterstützung ist. Ich habe oft gesagt, dass Syrien politisch, geographisch, gesellschaftlich und ideologisch, in der Schusslinie liegt. Deshalb wird das spielen mit dieser Linie, ernsten Rückwirkungen auf alles, im gesamten Mittleren Osten haben. Ist die Situation in Libyen heute besser? In Mali? In Tunesien? In Ägypten? Irgendein Eingriff wird keine Sachen besser machen; es wird sie nur schlechter machen. Europa und die Vereinigten Staaten und andere, werden früher oder später den Preis mit der Instabilität in diesem Gebiet bezahlen; sie sehen es nur nicht voraus.

Sunday Times:Was ist Ihre Mitteilung an Israel, wegen den Folgen, aufgrund seiner Luftangriffe auf Syrien? Werden Sie Vergeltung üben? Wie werden Sie besonders auf irgendwelche künftige Angriffe von Israel reagieren, da Israel gesagt hat, daß wir es wieder machen werden, wenn es dazu Anlaß hat?

Präsident Assad: Jedes Mal, wenn Syrien Vergeltung übte, dann auf seine eigene Weise, nicht wie du mir, so ich dir. Wir übten Vergeltung auf unsere eigene Weise und nur die Israelis wissen, was wir meinen.

Sunday Times: Können Sie sich näher ausdrücken?

Präsident Assad: Ja. Vergeltung bedeutet nicht, Rakete für Rakete, oder Kugel für Kugel. Unser eigener Weg muss nicht verkündet werden; nur die Israelis werden wissen, was ich meine.

Sunday Times: Können Sie uns mitteilen wie?

Präsident Assad: Wir verkünden das nicht.

Sunday Times: Ich traf in Jordanien einen sieben Jahre alten Jungen.

Präsident Assad: Ein syrischer Junge?

Sunday Times Ein syrischer Junge, der einen Arm und ein Bein bei einem Raketenangriff in Herak verloren hatte. Fünf Kinder in seiner Familie, waren in dieser Explosion getötet worden. Was können Sie diesem kleinen Jungen als ein Vater sagen? Warum sind so viele unschuldige Zivilisten in Luftschlägen gestorben, Armeegranatfeuer und manchmal –ich zitiere, “Shabiha-Schießereien”?

Präsident Assad: Wie ist sein Name?

Sunday Times: Ich habe seinen Namen. Ich werde ihn später zu Ihnen bringen.

Präsident Assad: Wie ich über jedes Opfer in dieser Krise sagte, hat es einen Namen, jeder Unfall hat eine Familie. Wie der 5 jährige Säbel, der, während er mit seiner Familie zu Hause frühstückte, sein Bein, seine Mutter und andere Mitglieder seiner Familie verlor. Wie der 4 jährige Rayan, der seine zwei Brüder beobachtete, sie schlachteten ihn dafür auf einer Massenversammlung. Keine, all dieser Familien hat  politische Verbindungen. Kinder sind die zerbrechlichste Verbindung in jeder Gesellschaft, und leider zahlen sie in jeden Konflikt, oft den schwersten Preis  Als ein Vater junger Kinder, kenne ich die Bedeutung, die es für ein Kind hat, das durch etwas sehr Einfaches verletzt wird; deshalb, wenn es verletzt wird, oder wenn wir ein Kind verlieren, ist es die schlechteste Sache, die jede Familie erblicken kann. Jedesmal wenn Sie Konflikte haben, haben Sie diese schmerzhaften Geschichten, die jede Gesellschaft beeinflussen. Dies ist der wichtigste und der stärkste Anreiz für uns, den Terrorismus zu bekämpfen. Echte Vertreter des Humanitätsgedankens, die den Schmerz empfinden, den wir für unsere Kinder fühlen und unsere Verluste, sollten ihre Regierungen ermutigen, den Schmuggel von Kriegsgeräten und Terroristen zu verhindern und die Terroristen zu hindern, irgendwelche militärische Vorräte von irgendeinem Land zu erwerben.

Sunday Times: Mr. Präsident, wenn Sie Nacht im Bett liegen, hören Sie die Explosionen in Damaskus? Machen Sie sich Sorgen, gemeinsam mit vielen anderen Syrern im Land, sorgen Sie sich um die Sicherheit Ihrer Familie? Sorgen Sie sich, dass dort vielleicht ein Punkt kommen wird, wo Ihre eigene Sicherheit in Gefahr ist?

Präsident Assad: Ich sehe es vollkommen anders. Kann irgendjemand sicher sein, oder ihre Familie sicher sein, wenn das Land in Gefahr ist? In Wirklichkeit, NEIN! Wenn Ihr Land nicht sicher ist, können Sie nicht sicher sein. Deshalb, anstatt sich um sich und Ihre Familie zu sorgen, sollten Sie sich über jeden Bürger und jede Familie in Ihrem Land Gedanken machen. Daher, es ist eine Beziehung auf Gegenseitigkeit.

Sunday Times: Sie kennen die internationale Besorgnis über Syriens Chemiewaffen. Würde Ihre Armee sie jemals verwenden, als ein letztes Mittel gegen ihre Gegner? Berichten zufolge, sind diese Chemiewaffen mehrfach verschoben worden, wenn ja, warum? Teilen Sie die internationale Besorgnis, daß sie in die Hände von islamistischen Rebellen fallen können? Was ist das Schlimmste, was in diesem Falle passieren könnte?

Präsident Assad: Alles, was dazu in den Medien kolportiert worden ist, hinsichtlich syrischer, chemischer Waffen, oder durch offizielle Rhetorik, ist reine Spekulation. Wir haben nie und werden nie unsere Kriegsstärken mit irgendjemandem diskutieren. Daß, worüber sich die Welt bezüglich chemischer Materialien Gedanken machen sollte, ist, daß sie nicht in die Hände der Terroristen kommen. Es ist bereits Videomaterial mit Tieren an uns ausgesendet worden, die elendig an einem Giftgas gestorben sind, als Drohung für die syrischen Leute  und mit dem Hinweis, daß sie auf die gleiche Weise sterben würden. Wir haben dieses Material mit anderen Ländern geteilt. Dies ist es, worauf sich die Welt konzentrieren sollte, anstatt ihre Anstrengungen darauf zu verschwenden, flüchtige Schlagzeilen über syrische, chemische Waffen zu produzieren, um irgendeinen Eingriff in Syrien zu rechtfertigen.

Sunday Times: Ich weiß, dass Sie nicht sagen werden, ob sie sicher sind, oder nicht. Es gibt Interessen, daß sie sicher sind, aber niemand kann zu ihnen vordringen.

Präsident Assad: Dies ist eine mehrdeutige Konstruktion. Kein Land wird über seine Fähigkeiten diesbezüglich sprechen.

Sunday Times: Eine ganze Menge ist auch darüber geredet worden: was sind die Rollen von Hisbollah, Iran und Russland, im Bodenkrieg? Wissen Sie von Hisbollahkämpfern in Syrien, und was machen sie? Welche Waffen liefern Ihre Verbündeten, Iran und Russland? Welche andere Unterstützung stellen sie bereit?

Präsident Assad: Die russische Position ist sehr klar, bezüglich Rüstung – sie liefern Syrien defensive Bewaffnung, im Einklang mit dem Völkerrecht. Hisbollah, Iran und Russland unterstützen Syrien in ihrem Kampf gegen den Terrorismus. Russland ist sehr konstruktiv gewesen, Iran ist sehr unterstützend gewesen und Hisbollahs Rolle ist es, den Libanon zu verteidigen, nicht Syrien  Wir sind ein Land von 23 Millionen Menschen mit einer starken Armee und Polizei. Wir haben keinen Bedarf an ausländischen Kämpfern, die unser Land verteidigen. Was die Rolle anderer Länder betrifft, so sollten wir uns über – Qatar, Türkei, Saudi-Arabien, Frankreich, Großbritannien, die USA Fragen stellen –die den Terrorismus in Syrien, direkt oder indirekt, militärisch oder politisch unterstützen.

Sunday Times: Mr. Präsident, darf ich Fragen stellen über Ihre eigene Position? Der Russische Außenminister Lavrov sagte kürzlich, dass Lakhdar Ibrahimi mehr Flexibilität Ihres Regimes zu sehen wünschte und er beanstandete, daß, während Sie scheinen nie “Nein” zu sagen, Sie scheinen jedoch auch nie “Ja” zu sagen. Glauben Sie, daß es eine Verhandlungslösung geben wird, während Sie Präsident bleiben, das Fragen sich eine Menge Leute?

Präsident Assad: Erwarten Sie keinen Politiker, der nur ja sagt, oder nein, in der absoluten Bedeutung des Wortes; es sind nicht die mehrfachen, auserlesenen Fragen, um eine korrekte Antwort zu überprüfen. Sie können von jedem Politiker eine Vision erwarten – und unsere Vision ist sehr klar. Wir haben einen Plan, und wer auch mit uns verhandeln will, kann durch unseren Plan mit uns verhandeln. Dies ist sehr klar und wir verschwenden keine Zeit. Diese Frage reflektiert, was in den Westmedien über die Personifizierung des Problems in Syrien verteilt worden ist, daß es in dem ganzen Konflikt um den Präsidenten und seine Zukunft geht. Wenn dieses Argument korrekt ist, dann würde mit meiner Abreise das Kämpfen aufhören. Dies sind eindeutig absurde Vorstellungen und letzte Präzedenzfälle in Libyen, Jemen und Ägypten sind Zeugen dafür. Ihr Motiv ist zu Versuchen, dem springenden Punkt der Frage auszuweichen, die Dialog, Reform und Terrorismusbekämpfung ist. Die Erbschaft ihrer Eingriffe in unserem Gebiet ist Chaos, Zerstörung und Katastrophe gewesen.  Wie können sie deshalb irgendeinen künftigen Eingriff rechtfertigen? Sie können es nicht. Deshalb konzentrieren sie sich auf das Beschuldigen des Präsidenten und Drängen auf seine Abreise; seine Glaubwürdigkeit in Frage zu stellen; lebt er in einer Blase, oder nicht? ist er von der Wirklichkeit getrennt, oder nicht? Deshalb wird der Fokus des Konfliktes auf den Präsidenten gerichtet.

Sunday Times:  Schließlich haben einige fremde Beamte von Ihnen verlangt,  für die Kriegsverbrechen im International Criminal Court, als verantwortliche Person für die Handlungen der Armee geradezustehen. Fürchten Sie Verfolgung vom ICC? Oder die Möglichkeit einer künftigen Strafverfolgung und Verurteilung in Syrien?

Präsident Assad: Jedesmal wenn eine Frage, die in Verbindung mit der UNO gebracht wird, werfen Sie die Frage der Glaubwürdigkeit auf. Wir alle wissen, besonders nach dem Sturz der Sowjetunion – seit der letzten zwanzig Jahre, daß die UNO und all ihre Organisationen, Opfer der Hegemonie sind, anstatt die Bastionen der Gerechtigkeit zu sein. Sie wurden polarisierende Werkzeuge, um Instabilität zu schaffen und souveräne Länder anzugreifen, die gegen die Charter der UNO sind. So ist die Frage, die wir jetzt aufwerfen müssen: werden die amerikanischen und britischen Führer- die den Irak im Jahre 2003, in Angriff nahmen und mehr als eine halbe Million Leben im Irak, ganz zu schweigen von den Waisen, den entwurzelten, gehandikapte und deformierte Leute.

Werden die amerikanischen, britischen, französischen und die anderen Länder, die ohne einen UN-Beschluss letztes Jahr nach Libyen gingen, werden Sie wieder hunderte von Millionen von Leben zerstören? Sie werden es nicht machen. Die Antwort ist sehr klar. Sie wissen, dass Söldner in irgendeinem Land zu schicken ein Kriegsverbrechen ist und der Londoner Verfassungsurkunde zufolge, von 1945, die Anwendung der Nürnberger Prinzipien gewährt.  Werden sie Erdogan vor dieses Gericht setzen, weil er Söldner schickte? Werden sie das Gleiche mit den Saudis und den Katarer machen? Wenn wir Antworten zu diesen Fragen haben, dann können wir über Friedensorganisationen und Glaubwürdigkeit reden.

Meine Antwort ist sehr kurz: wenn Leute ihr Land verteidigen, ziehen sie so etwas nicht in Erwägung.

Sunday Times:  Einsicht ist eine wunderbare Sache Mr. Präsident. Wenn Sie die Uhr zwei Jahre zurückdrehen könnten, hätten Sie irgendetwas anders gehandhabt? Glauben Sie, dass es Sachen gibt, die sie jetzt im nachhinein, auf die eine oder andere Weise anders gemacht hätten? Welche Fehler glauben Sie, wurden durch Ihrer Nachfolge gemacht,  die Sie am liebsten verändern würden?

Präsident Assad: Sie können diese Anfrage an einen Präsidenten stellen, wenn er der einzige Verantwortliche für den ganzen Kontext des Ereignisses ist. In unserem Fall in Syrien, wissen wir, es gibt viele externe Spieler. Deshalb müssen Sie Rücksicht auf jeden Spieler nehmen. In dieser Hinsicht müssten Sie Erdogan fragen,würden Sie Terroristen schicken, um Syrer zu töten, würden Sie logistische Unterstützung dazu leisten? Sie sollten danach die Katarer und Saudis fragen, ob Sie Terroristen Geld schicken würden, zu Ableger von Al-Qaeda, oder irgendeine andere Terroristenorganisation, um Syrer zu töten? Wir sollten die gleiche Anfrage an die europäischen und amerikanischen Beamten stellen, würden Sie jenen Terroristen einen politischen Schirm anbieten, die unschuldige Zivilisten in Syrien ermorden?

In Syrien trafen wir zwei Entscheidungen. Das Erste ist, Dialog zu machen; das zweite ist, Terrorismus zu bekämpfen. Wenn Sie irgendeinen Syrer fragen, würden Sie, jetzt im nachhinein sagen, nein zu Dialog und ja zu Terrorismus? Ich glaube nicht, dass Ihnen irgendeine geistig gesunde Person zustimmen wird. Damit denke ich, mit Einsicht begannen wir mit Dialog, und wir werden mit Dialog fortsetzen. Mit Einsicht sagten wir, dass wir Terrorismus bekämpfen werden, und wir werden den Terrorismus zu bekämpfen fortsetzen.

Sunday Times:  Denken Sie jemals daran, daß es zu einem Leben im Exil kommt? Und würden Sie ins Ausland reisen, wenn es die Chancen des Friedens in Syrien vergrößert?

Präsident Assad: Noch einmal, es geht nicht um den Präsidenten. Ich denke, keine patriotische Person, oder Bürger, würde daran denken, außerhalb seines Landes zu leben.

Sunday Times: : Sie werden niemals gehen?

Präsident Assad: Keine patriotische Person wird an ein Leben, außerhalb seines Landes denken. Ich bin da allen anderen, patriotischen Syriern ähnlich.

Sunday Times: Wie erschüttert waren Sie durch die Bombe, die letzten Sommer einige Ihrer ältesten Generäle,  einschließlich Ihres Schwagers tötete?

Präsident Assad: Sie erwähnten meinen Schwager, aber dies ist keine Familienangelegenheit. Wenn hochrangige Beamte ermordet werden, ist es eine nationale Angelegenheit. So ein Verbrechen wird Sie entschlossener machen, Terrorismus zu bekämpfen. Es ist nicht darum, wie Sie sich fühlen, sondern mehr darüber, was Sie dagegen machen. Wir sind mehr denn je entschlossen, den Terrorismus zu bekämpfendem .

Sunday Times: Abschließend Mr. Präsident, möchte ich nach meiner Kollegin, Marie Colvin erkundigen, deren Leben letztes Jahr, im Granatfeuer eines Oppositionsmedienzentrums bei Baba Amr, am 22. Februar  zunichte gemacht wurde. Einige haben vorgeschlagen, daß sie gezielt ermordet wurde, weil sie die Zerstörung, im amerikanischen und britischen Fernsehern verurteilte? Oder hatte sie einfach Pech? Hörten Sie zu der Zeit von ihrem Tod und wenn, was war Ihre Reaktion?

Präsident Assad: Natürlich hörte ich von der Geschichte, durch die Medien. Wenn ein Journalist in Konfliktzonen geht, wie Sie es jetzt machen, um eine Geschichte abzudecken und es der Welt zu vermitteln, glaube ich, daß dies eine sehr mutige Arbeit ist. Jede anständige Person, Beamter oder Regierung, sollten Journalisten in diesen Anstrengungen unterstützen, weil dieses Licht werfen wird, auf Ereignisse auf dem Boden und Propaganda offenlegen wird, wo sie existiert.  Leider, in den meisten Konflikten, hat ein Journalist den äußerst Preis gezahlt. Es ist immer traurig, wenn ein Journalist getötet wird, weil sie nicht mit beiden Seiten sprechen, oder sogar Teil des Problems sind, sie wollen nur die Geschichte abdecken. Es gibt einen Medien-Krieg über Syrien, der die Wahrheit daran hindert, die Geschichte der Außenwelt zu erzählen.

Seit dem Anfang der Krise, sind auch 14 syrische Journalisten getötet worden und nicht alle von ihnen mit einem Grund. Einige sind nach Geschäftsschluss zu Hause abgepasst worden, gekidnappt, gefoltert und dann ermordete. Andere fehlen immer noch. Mehr als eine syrische Fernsehstation ist von Terroristen und ihren Bomben angegriffen worden. Es gibt gegenwärtig einen Bann europäischer Satellitensysteme, auf die Sendung syrischer Fernsehkanäle. Es ist auch gut bekannt, wie die Rebellen Journalisten für ihre eigenen Interessen benutzt haben. Es gab da den Fall von einem britischen Journalisten, der es schaffte zu entkommen.

Sunday Times: Alex Thompson?

Präsident Assad: Ja. Er wurde von den Terroristen in eine Todesfalle geführt, um die syrische Armee seines Todes anzuklagen. Das ist der Grund, warum es wichtig ist, legal in Länder einzureisen, um ein Visum zu haben. Dies war bei Marie Colvin nicht der Fall. Wir wissen nicht warum und es ist uns nicht klar. Wenn Sie illegal hereinkommen, können Sie nicht erwarten, daß der Staat verantwortlich ist. Entgegen dem populärem Glauben, haben seit dem Anfang der Krise, Hunderte von Journalisten aus aller Welt, einschließlich Ihnen, ein Visen bekommen, um in Syrien einzutreten und frei von Innerhalb Syriens mit keinerlei Einmischungen in ihrer Arbeit und keinen Hindernissen zu berichten, um ihre Missionen zu erfüllen.

Sunday Times: Danke.

Präsident Assad: Danke.

Hier das Interview in English mit arabischen Untertiteln.