Avaaz.org und der geheime Informationskrieg um Syrien

am 23.04.2012 von Friederike Beck auf  Zeitgeist Online

Achwaz

Nama: Zur Aufklärung hier ein Artikel aus 2012 den ich jedoch für außerordentlich aufschlußreich halte. Ich selbst bin schon seit 2011 wieder abgemeldet von dem Verein…. hier der Artikel: 

Was Sie über die Kampagnenorganisation wissen sollten, bevor Sie klicken

Etwas tun gegen die herrschenden Ungerechtigkeiten, wenigstens einen kleinen Beitrag leisten zur Rettung der Welt – das oder Ähnliches haben wohl die meisten im Kopf, wenn sie im Rahmen eines Aufrufs ihre Stimme abgeben oder gar einen gewissen Betrag spenden. Dabei gehen wir wie selbstverständlich davon aus, dass die Kampagnenmacher selbst aufrichtige Idealisten sind. Doch was, wenn nicht? Nachdem der Autorin Merkwürdigkeiten bei verschiedenen Aktionen von Avaaz.org, einem der weltgrößten Kampagnenbetreiber, auffielen, ging sie der Sache nach und brachte Überraschendes zum Vorschein. Der Artikel liefert Antworten auf Fragen wie: Wer steckt hinter Avaaz, wie wird die Organisation gesteuert und welche Rolle spielt sie tatsächlich auf der internationalen Bühne?

Zugegeben, ich hab’s auch schon mal getan – bei Avaaz.org etwas unterschrieben und den Spendenknopf gedrückt. Irgendwoher hatte ich eine E-Mail erhalten mit einem Aufruf, der sich gegen Bienen gefährdende Pestizide wandte. Ich unterzeichnete online und bin seitdem „Mitglied“.

Es blieb jedoch nicht bei der Rettung von Bienen, Walen und Nashörnern, sondern wurde richtig politisch. Letztes Jahr häuften sich im Zusammenhang mit Libyen hochemotionale Aufrufe zugunsten der „Rebellen“ und gegen Gaddafi, und jetzt – same procedure like last year – Aufrufe für die Aufständischen in Syrien und gegen Assad. Ein knapper, drastischer Bericht im Agitprop-Stil beschreibt jeweils die Notwendigkeit des Handelns für die Avaaz-„Mitglieder“ per Onlineunterschrift und/oder Spende. Das Ergebnis kontrolliert ein Unterschriftenzähler: Kein Zweifel, da ist mächtig was los, im Sekundentakt regnet es neue Unterschriften.

Kein Zweifel, da ist mächtig was los, im Sekundentakt regnet es neue Unterschriften

„Avaaz ist ein weltweites Kampagnen-Netzwerk, das mit Bürgerstimmen politische Entscheidungen beeinflusst“, so heißt es vollmundig auf der Internetpräsenz. „Avaaz-Mitglieder stammen aus allen Winkeln der Erde und Gesellschaftsschichten. Seit 2007 wurde Avaaz zu einer gewaltigen globalen Bewegung, die politische Entscheidungen weltweit beeinflusst. Avaaz hat eine einfache demokratische Mission: Gemeinsam die Lücke zwischen der Welt, die wir haben und der Welt, die wir uns wünschen zu schließen. Avaaz mobilisiert Bürgerstimmen, um dringende Krisen zu bewältigen.“

Die in mehreren Weltsprachen auftretende Organisation, auf vier Kontinenten präsent, verspricht den Unterzeichnern, an geeigneter Stelle, ganz oben, Druck auszuüben. Man findet sich in eine weltweite Bewegung integriert, hochprofessionelle Aktivisten an der Spitze, die Kampagnen lostritt, um im Ergebnis sagenhaft erfolgreich zu sein, so scheint es. Avaaz gibt sich jung, engagiert, handlungsorientiert – die Internetgeneration in Aktion.

In einem ruhigen Moment jedoch müsste man sich eingestehen, dass man herzlich wenig von Avaaz weiß, die angeblichen Erfolge der Kampagnen kaum überprüfen kann. Das einzige feststellbare unmittelbare Resultat ist lediglich eine starke Vermehrung von Spam im Postfach …

Mit dem Ausfüllen eines knappen Internetformulars und der Unterschrift bei irgendeiner Onlineaktion wird man augenblicklich „Mitglied“; der Mitgliederzähler befand sich beim Verfassen dieses Artikels bei etwa 13,7 Mio. solcher Mitgliedschaften weltweit und ständig werden es mehr. Avaaz-Aufrufe strotzen vor Selbst- und Sendungsbewusstsein, trillern die Empfänger mit hohen Dringlichkeitsstufen und behaupten, dass vom unmittelbaren Handeln der Mitglieder Leben und Tod anderer abhinge. Die Aktionsplattform hält ihre Mitglieder laufend über ihre Kampagnen auf dem letzten Stand. Die eigene Durchschlagskraft wird damit belegt, dass wieder einmal bei einem G20- oder G8-Gipfel Avaaz-Aktivisten, mit Unterschriften beladen, bei den Entscheidungsmachern selbst „Druck machten“ und Entscheidungen hätten beeinflussen können. Avaaz – eine moralische Instanz, Weltgewissen und global Player, „die Welt in Aktion“? (Avaaz-Slogan).

Avaaz gibt sich jung, engagiert, handlungsorientiert – die Internetgeneration in Aktion

Fangen wir an nachzuprüfen!

Avaaz wurde im Januar 2007 in New York gegründet und startete mit einem Kapital von einer Million US-Dollar. Im Januar 2011 konnte die Organisation sich zum ersten Mal in allen Bereichen (Angestelltengehälter, Büromieten, Kosten für die Kampagnen) durch Spenden ihrer Mitglieder finanzieren, so die „Times“2. Begründer sind eine Reihe von Nicht-Regierungsorganisationen (NROs), verschiedene US-Stiftungen sorgten für die Anschubfinanzierung.3 Nachfolgend eine Liste der involvierten Organisationen:

    • ResPublica, eine US-NRO, die Berufsaktivisten trainiert, die sich für „Good Governance“ und das Gute schlechthin einsetzt. Res Publica startete 2001/2002 als Pilotprojekt in Sierra Leone und wurde offiziell im Dezember 2003 gegründet. Die NRO hat drei Vollzeit-Stipendiaten, unterstützt durch ein größeres Netzwerk der „Freunde der Res Publica“ und ein Global Advisory Board. Ihr Sitz ist in New York. Die Organisation nimmt für sich in Anspruch, Avaaz „erfunden“ zu haben. Verfolgt man die Ursprünge von ResPublica, so finden sich im Hintergrund u. a.
      • Open Democracy, eine NRO, die gefördert wird vom währungskriminellen, vorbestraften Börsenspekulanten George Soros4, der Rockefeller Foundation, demRockefeller Brothers Fund, der Ford-FoundationAtlantic Philantrophies, eine US-Stiftung, die „strategische Philantrophie“ übt und Politik in ihrem Sinne finanziell unterstützt
      • sowie die Open Society Foundations, ebenfalls ein Soros-Projekt.5
      • Weiterhin das Center for American Progress, ein politischer Denktank, welcher der Obama-Administration nahe steht,
      • das Open Society Institute (gehört zu Open Society Foundations) und
      • die International Crisis Group6, in deren Vorstand u. a. George Soros und Joschka Fischer sitzen; sie wird von Ölkonzernen wie Chevron und Shell beraten und von einem Mix aus US-Stiftungen, Milliardären und westlichen Regierungen finanziert. Die internationale Krisengruppe mit Hauptquartier in Washington DC unterhält 17 Stützpunkte im Ausland und arbeitet mit „Analysten“ in 50 verschiedenen krisengeplagten Ländern. Die zehn „Forschungsgebiete“ der Organisation sind: Islamismus, Gewalt und Reformen, Energiepolitik, die Doktrin der „Responsibility to Protect“ (als die behauptete Verantwortung, sich in die Angelegenheiten souveräner Staaten einzumischen zu müssen, wenn es um den Schutz der Zivilbevölkerung gehe), Frieden und Gerechtigkeit, Gender, Klimawandel, internationaler Terrorismus, Demokratisierung, die EU und ihre Fähigkeit zum Engreifen in Krisen, HIV/AIDS als Sicherheitsproblem. Diese Themen decken sich ganz auffällig mit dem Interessenspektrum von Avaaz.

George Soros, Open Society Foundations: acht Milliarden Dollar für Transformation
(abgelichtet auf dem World Economic Forum in Davos 2010, Quelle: Wikimedia Commons)
 
 

Weitere Avaaz-Mitgründer sind:

  • MoveOn.org, eine 1998 gegründete, u. a. von George Soros finanzierte US-NRO, die politische Themen nach vorn bringt. Sie erprobte in den USA die Möglichkeit von Internet-Kampagnen, die dann für Avaaz weltweit umgesetzt wurde.
  • Service Employees International Union, eine US-Gewerkschaft, die 28 Millionen US-Dollar für Obamas Wahlkampf spendete und
  • GetUp!, eine australische Kampagnen-Organisation ähnlich Avaaz.

Neben NROs standen jedoch auch Einzelpersonen als Gründer von Avaaz bereit (Es finden sich interessante personelle Überschneidungen mit einigen zuvor genannten Organisationen):

  • Da wäre als erstes Ricken Patel, der Avaaz-Präsident, ein Kanadier, russisch-englisch-indischer Herkunft,
  • Tom Pravda von Integrity, eine Gruppe, die Analysen aus Krisenregionen liefert,
  • der ehemalige US-Kongressabgeordnete Tom Perriello, Präsident des Center for American Progress Action Fund,
  • MoveOn.org-Direktor Eli Pariser,
  • der australische Unternehmer David Madden, Mitbegründer von GetUp!, arbeitete für die Weltbank,
  • Jeremy Heimans, Mitgründer von Purpose.com, Berufsweltverbesserer und McKinsey-Berater und
  • Andrea Woodhouse, Weltbank-Mitarbeiterin sowie
  • Ben Brandzel7, ehemaliger Kampagnendirektor bei Avaaz, heute dort im Vorstand, als „Progressive Online Organizer“ tätig. Lebt in Washington DC und Berkeley.

Der Avaaz-Vorstand besteht zurzeit aus dem Präsidenten Ricken Patel sowie Eli Pariser und Ben Brandzel. Weiterhin gibt es 52 festangestellte „Avaazer“.

Quelle und weiter


Ein Gedanke zu “Avaaz.org und der geheime Informationskrieg um Syrien

  1. Ja, ich war auch ein Mitglied bis Anfang 2012 damals las ich dieselben Informationen die du jetzt eingestellt hast, ich trat sofort aus! 🙂

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