Spontane Hilfe am Brandenburger Tor

am 18.10.2013 via facebook
brandenburger-tor-unfall

Der facebook-User schreibt:

Dies ist ein schreckliches Bild. Aber ich möchte Euch seine Geschichte erzählen, weil sie Hoffnung macht und Euch vielleicht motiviert, auch zu helfen.

Ich habe diese Situation zufällig erlebt, als ich auf dem Weg zum Camp der hungerstreikenden Flüchtlinge vor dem Brandenburger Tor war.
Weil es nicht erlaubt wurde, in unmittelbarer Nähe zu den Hungerstreikenden eine mobile Toilette aufzustellen, müssen die Flüchtlinge mehrere hundert Meter laufen, wenn sie ihre Notdurft verrichten wollen.
Auf dem Weg dorthin verlor der auf dem Bild auf dem Boden liegende Flüchtling das Bewußtsein und brach mitten auf der starkbefahrenen Kreuzung vor dem Brandenburger Tor zusammen.
Ein zufällig vorbeifahrender sehr junger Mann (links unten mit der grauen Mütze) sprang geistesgegenwärtig von seinem Fahrrad, legte das Fahrrad so auf die Straße, dass der Verkehr vor dem auf dem bodenliegend Mann zum Stehen kommen musste. Schließlich lief er sofort zu dem Bewußtlosen, um ihn zu versorgen.
„Ich habe gerade einen Erste Hilfe Kurs gemacht! Hat schon jemand den Notarzt gerufen“, sagte er. Sofort brachte er den Mann in eine stabile Seitenlage und öffnete ihm vorsichtig den Mund. Schließlich kamen weitere Menschen und weitere Refugees zur Hilfe, die ich alamiert hatte und auch Polizisten kümmerten sich um die Situation. Nach einer Weile war ein Rettungswagen vor Ort und der Mann wurde ins Krankenhaus gefahren. (update 10:10 – 18.10.13 – er wurde wieder aus dem Krankenhaus entlassen und befindet sich wieder im Camp)
Als der Flüchtling schließlich abtransportiert wurde, brach aber der junge helfende Mann selbst mit einem Weinkrampf zusammen.
„Mein Großvater ist heute gestorben und jetzt das hier!“, sagte er. Einer der herbeigeeilten Flüchtlinge nahm den Jungen in seinen Arme und tröstete ihn.
„Du bist ein guter Mensch. Wir danken dir, Bruder!“. Und auch die anderen Flüchtlinge umarmten ihn und bedankten sich.
„Morgen komme ich wieder zum Camp“, sagte der junge Mann. „Ich will sehen, wie es ihm geht“.

P.S. während dieser Situation fuhr übrigens eine Wagenkolone, die von den Regierungssondierungsgesprächen kam, eilig an der Unglücksstelle vorbei.

Berlin Brandenburger Tor 17/10/13