Die Angst vor dem Neuen

am 02.04.2014 auf 2012spirit.de

Im menschlichen Wesen gibt es einen Aspekt, den man sehr häufig beobachten kann, das ist die ANGST VOR DEM NEUEN, ob es sich nun um persönliche, politische oder gesellschaftliche Veränderungen handelt. Das Leben könnte ein wundervolles Abenteuer sein, voller Freude, Kreativität und Überraschungen, doch die Angst, das Gewohnte loszulassen, andere, neue Erfahrungen zu machen, lähmt viele Menschen. Sie grausen sich vor endgültigen Entscheidungen, vor dem “Sprung ins tiefe Wasser” und lassen so das ihnen Vertraute nicht los. Diese Haltung kann sich in ganz verschiedenen Situationen zeigen, bei Arbeitsstellen, in Partnerschaften, Wohnungen, Interessengebieten und vielem mehr.

Abenteuerliche Reise oder Gewohnheit

Wir befinden uns alle auf einer Reise, einer interessanten, abenteuerlichen Reise, aber wenn jemand vor dem Neuen Angst hat, beschränkt er sich auf Gewohnheiten, benötigt Sicherheit und lässt immer die gleichen Programme in seinem Leben ablaufen. Doch wer das tut, hat das Leben verfehlt! Leben bedeutet immer Unsicherheit. Ein solcher Mensch igelt sich in seinem kleinen Kokon ein und wird auch nicht fähig sein, eines Tages dem Tod, dem großen Unbekannten, gelassen entgegen zu treten, denn alle Angst basiert auf der großen Ur-Angst, dem Tod, dem endgültigen Loslassen. Aber wenn wir wirklich leben wollen, müssen wir bereit sein zu sterben. Tod und Leben sind keine Gegensätze, im Tod stirbt nur das Ego. Überall, wo Menschen in der Liebe und im Hier und Jetzt leben und Fülle und Veränderung im Leben zulassen, wird auch ihre Angst vor dem Tod schwächer werden oder ganz verschwinden.

Angst vor dem Neuen entsteht durch die Vorwegnahme des Unbekannten durch den Verstand. Der rationale Verstand will immer eine Übereinkunft treffen. Zuerst möchte er wissen,was geschehen wird, dann ist er vielleicht bereit, loszulassen. Aber so funktioniert das Leben nicht!
Wenn man sich einmal für etwas Neues entschieden hat, oder wenn die Lebensumstände sich abrupt ändern, kann niemand wissen, was dann folgt. Loslassen, Entspannung, Leben in der Gegenwart und Ur-Vertrauen sind hier gefragt. Ja, es ist leichter gesagt als getan, aber im gegensätzlichen Fall wird man nur in Selbstmitleid, in Schuldgefühlen versinken oder sich in einem “Kampf gegen Windmühlen” aufreiben.

Entscheidungen treffen

Um das Leben lebenswert zu machen, müssen wir ständig Entscheidungen treffen. Falls wir das nur mit dem Verstand tun, kann er uns oft in die Irre führen, doch wenn unsere Entscheidungen die tiefsten, inneren Gefühle widerspiegeln, brauchen wir nur noch danach zu handeln und dann loszulassen. Es wird immer richtig sein. Eigentlich wissen wir intuitiv genau, was zu tun ist. Unser Zögern, die Kraft, die uns zurückhält und bremst ist das eigentliche Problem, unsere Angst vor dem Neuen. Was könnte alles geschehen? War meine Entscheidung wirklich richtig? Wie wird meine Zukunft aussehen? Werde ich es schaffen? Wie werden meine Lebensumstände in Zukunft sein? Werde ich mehr verlieren als gewinnen? Kann ich wirklich vertrauen? …und ein Kreislauf der Unsicherheit und Panik beginnt.

Doch wie viele ausweglos erscheinende Situationen haben wir schon bewältigt, so schlimm sie auch im ersten Moment erschienen, wie viele neue Erkenntnisse haben wir daraus gewonnen und sind letztendlich seelisch daran gewachsen? Aus unserem ersten Schritt erwuchs uns neue Kraft. Sich daran zu erinnern, wird uns helfen. Wenn wir nicht wollen, dass unser Körper alt wird, müssen wir unseren Geist jung erhalten, neue Interessen, neue Erfahrungen, neues Leben suchen, ganz egal, wie alt wir sind, denn auch unser Geist braucht jeden Tag Nahrung, sonst verkümmert er. Wie heißt es so schön: “Die wahre Sicherheit besteht darin, keine zu brauchen.”Und es gibt ein schönes Sprichwort: ” Wer sich nicht viel bewegt aus Angst, sich die Beine zu brechen, wird schließlich lahm.”

Raus aus dem Teufelskreis

Wenn wir uns fragen, ob die Risiken, die wir mit einer Entscheidung für das Unbekannte eingehen, wirklich so groß sind, oder ob es nur unsere übertriebene Angst vor dem Neuen ist, die uns die Situation so sehen lässt, werden wir uns unserer Blockaden bewusst und vielleicht den Mut entwickeln, neue Erfahrungen zu machen. Natürlich können wir stolpern, uns Enttäuschungen einhandeln, etwas einbüßen, aber wir werden auch viel Freude, Wachstum und Glück erleben. Wenn wir aus Angst auf neue Erfahrungen verzichten, wird sich unsere Lust auf Neues immer mehr vermindern, es entsteht ein Teufelskreis an seelischer Erstarrung und toten Gewohnheiten. Doch LEBEN kann man das nicht nennen.

Mehr riskieren und so oft wie möglich das tun, wozu uns unsere Neugier treibt, neue Orte sehen, neue Menschen treffen, neue Gefühle fühlen und uns daran gewöhnen, auf Programme, Garantien und Sicherheiten zu verzichten lässt uns wieder lebendig werden. Wir müssen gar nicht all unsere gegenwärtigen Interessen aufgeben, sondern nur die, welche uns nichts bringen oder sogar behindern. Aber gleichzeitig sollten wir neue, bereichernde Dinge in unserem Leben erschaffen. Einfach mal ausbrechen aus dem alltäglichen Trott, etwas tun, was wir noch nie getan haben, fremde Kulturen erkunden, auf fremde Menschen zugehen, ihnen zu vertrauen, den Wohnort wechseln, neue Interessen und Hobbys entwickeln, kreativ sein.

Sich zu entwickeln ist eine wundervolle, elektrisierende Erfahrung, unser Selbstvertrauen wächst mit jeder neuen Erfahrung und ein erfüllteres Leben erwartet uns an jedem neuen Tag. Das Leben bietet uns ungeheuer viele Möglichkeiten des Glücks, aber nur dann, wenn wir die Furcht vor dem Unbekannten loslassen und uns auf die Fülle der neuen Erfahrungen einlassen. Das Leben als Abenteuer, eine interessante Reise zu neuen Ufern- welche Verheißung für einen wachen Geist und ein offenes Herz.

Liebe Grüße von Lumina


2 Gedanken zu “Die Angst vor dem Neuen

  1. Hier spricht jemand ganz aus meinem Herzen. Ich kann diesen Artikel in allen Bereichen zu 100 % bestätigen. Ich selbst Bin einer, der schon seit vielen Jahrzehnten dem hier empfohlenen Weg folgt. Ich bestätige: Dieser Weg ist ein hartes Abenteuer. Aber man lernt dabei Welten IN SICH kennen, von denen man vorher keine Ahnung hatte. Weiters bestätige Ich: Dieser Weg hält wahre Höhenflüge und Erlebnisreichtum bereit, die der ängstliche Typ wahrscheinlich nicht einmal in vielen, vielen Leben sich erarbeiten kann. Diese Höhenflüge sind nicht täglich an der Reihe, aber sie sind wie das Gewürz in der Suppe. Man fügt sie einmal bei und der Geschmack der Suppe ist für immer verändert.

    In achtungsvoller Liebe umärmele Ich Dich Lumina (Lächel,Freu) 🙂

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