Wie kommt der Elefant in den Kühlschrank?

am 18.06.2014 auf The Information Space

geschrieben von Steven Black:

Einige Leute, die sich mit Bewusstsein und innerem Wachstum auseinandersetzen, machen meiner Ansicht nach den Fehler, die alten und überlieferten spirituellen Traditionen 1:1 zu übernehmen, ohne sie genauer auf Gültigkeit für die heutige Zeit abzuklopfen.

Viele der alten Traditionen, westliche, wie östliche, lehren uns, das die physische Materie nur Maya, voller Illusionen ist, und das Weibliche sei so gut wie wertlos ..  Weil es von Weisen überliefert, als “heilig” angesehen wurde, weil es geglaubt und in diverse Schriften zementiert wurde.

Natürlich, es war immer schon schwierig, diese zwei “Dinge” unter einen Hut zu bringen – die Wirklichkeit der inkarnierten Person und die höheren Aspekte davon. Wer beginnt, sich mit dem Bewusstsein zu beschäftigen und mit den tieferen Wahrheiten von sich selbst – speziell den weniger schönen – wer diverse Autoren und Bücher liest, wie etwa die “höhere Wirklichkeit” beschaffen ist und viel vom “Licht” hört, der wird beginnen Ansichten zuzuneigen, die alles in einem schönen Bild und frei von Negativität malen.

Man sortiert erstmal die guten und eher schlechten Dinge aus – keine große Überraschung, wenn erstmal die Materie als grundsätzliches Übel “erkannt” wird. Wer der Wirklichkeit von Spirit gewahr wird, fühlt sich erstmal “eingesperrt”, sozusagen “gefangen” im menschlich materiellen Körper. Man hört und liest von Channelings, die einem ein wunderschönes Bild der universellen Einheit, innerhalb der weniger dichten Welten beschreiben, vom “Licht und der Liebe Gottes”, Geschichten vom Erzgeflügel – usw. Da ist es nicht grade ein Wunder zu nennen, wenn die Mehrheit der Leute anfangen sich nach solchen “lichten Orten” zu sehnen.

Dann macht man vielleicht diverse energetische Erfahrungen, welche zwar wirklich erfreulich, aber nicht bleibend sind. Und es ist schnell passiert, dass dann alle Dinge die Reibung erzeugen, welche innerhalb des materiellen, physischen DaSeins so anfallen als negativ betrachtet werden. In diese “Nein Tüte” werden Dinge reingepackt, wie Probleme zwischen Männern und Frauen, Probleme innerhalb der ganzen Gesellschaft, Probleme mit sich selbst und dem Leben an sich.

Diverse Religionen, Mystiker und weltliche Philosophen bläuten den Menschen den “Fall aus dem Paradies”, die “Erbsünde”, oder “das Maya” ein, Frauen wären Schuld für den Fall aus der “höheren Wirklichkeit”, usw. Beispielsweise visualisieren die buddhistischen Mönche der “Theravada-Tradition” bis heute täglich, dass Frauen aus Eiter und Schleim bestehen, um Abneigungen gegen sexuelle Anziehung zu kultivieren.

So viele der alten Traditionen behaupten, dass es ein Selbst nicht gibt, das es eine Illusion ist. Auch die Hirnforschung produziert Erkenntnisse, die behaupten: “Es gibt kein Ich, keine Seele, kein Selbst”.  Sozusagen der neueste Irrtum weltlicher Wissenschaft ..

Dann liest man von diversen Quantenphysikalischen Ergebnissen, die einem erzählen, dass die Materie nicht wirklich fest ist, sondern Großteils aus leerem Raum besteht. Ah, okay, denkt man, die erklären einem doch dasselbe, wie die alten Mystiker – “es ist alles bloß ne Illusion”. “Super”, also alles was ich als negativ betrachte ist AUCH ne Illusion, es existiert also gar nicht .. –  dies kann eine “ad hoc Idee” sein. Also konditioniert man sich dazu, alles was nicht akzeptiert wird zu verleugnen – fokussiert sich nur mehr auf die “flauschigen Dinge” – und schüttet damit das Kind mit dem Bad aus ..

But there is NO such thing as an illusion in any case ..

Wir täten uns nun wirklich keinen Gefallen, anzunehmen, in einer großen Blase von Illusionen zu leben, das wird nämlich nur dazu führen, zu glauben, man selbst sei auch nur eine Illusion – und überhaupt, alles andere auch. Es ist für mich (of course) ein Fakt, dass es für uns hier keine Illusionen gibt, für uns wirkt alles real, was wir wahrnehmen. Wirklichkeit ist Wahrnehmung, und der physische Körper ist grundsätzlich eine Materie, die wir als fest wahrnehmen – völlig egal, wie die ursprüngliche, eigentliche und energetische Mechanik dazu wirklich beschaffen ist.

Einer der großen Ausnahmen unter der indischen Philosophen, Sri Aurobindo, lehrte ebenfalls, dass die physische Materie sehr wohl Wirklichkeit und nicht “Maya” ist.

Keine Frage, die Antworten wie Realität gebildet wird werden komplexer, aber es wär notwendig, die dahinterstehenden Fragen in der Tiefe zu verstehen. Wenn ich hinfalle und mir das Knie verstauche, kann ich mir zwar vielleicht einreden, “ach, is bloß ne Illusion, es tut gar nicht weh”, aber ich muss dabei eine gute Portion Verleugnungsenergie investieren, um mein Humpeln zu ignorieren.

Die Zentrierung des persönlichen Fokus auf eine bestimmte Wirklichkeitsebene, erlaubt den Zugang zu allen möglichen Arten von Realität und die Erfahrbarkeit dafür. Das betrifft die weniger Dichten Welten genauso, wie wir Freunde und Bekannte im Leben “sammeln”, auf welche Weise wir Arbeitsstellen, Freizeitaktivitäten, oder sonstwas “finden”. What you need is what you get!

Keine wie auch immer geartete Theorie, wie illusionär das Leben beschaffen ist, wird uns von den “handfesteren Dingen” im Leben befreien können. Du musst hier Geld verdienen, oder sonstwie heranschaffen, weil du Miete bezahlen, Essen, und hunderte andere Sachen haben musst. Der Körper muss gepflegt und bewegt werden, Müll beseitigt werden und weiß der Himmel, was noch alles ..

Da kannst du meditieren bis du blau wirst, du kannst der materiellen Wirklichkeit nur durch Verleugnung entfliehen, aber du bist immer noch hier.

In der Meditation (man könnte jetzt echt ‘ne Menge dazu schreiben, was Meditationen sind) können wir Zugang zu anderen Ebenen der Existenz haben. Wir können uns energetisch damit verbinden, wir können sie erforschen und erleben, aber sie bleiben nicht ständig präsent. Meditationen sind eine gute Sache, ich liebe es, aber ich bin mir auch bewusst darüber, dass sie nicht die einzige Antwort für das “JETZT Leben” sind. Meditationen können genauso ein Flucht sein, wie sie wertvoll sind.

Durch Meditationen und diverse spirituelle Praktiken können wir erfahren, dass wir mehr sind als die üblich bekannte, physische Person mit ihren Limitierungen. Wir können Ahnungen davon bekommen, was wir wirklich sind, aber es ist im Grunde für das MenschSein nicht nötig, sich spirituell zu betätigen, noch es zu sein – weil wir alle, jenseits des physischen Lebens sowieso Spirit sind. Da gibt’s die menschlichen Limitierungen ja nicht, und deshalb ist es menschlich nur verständlich, wenn man sich am liebsten nur mehr “dort aufhalten” möchte.

Früher gab es die Idee von Selbstaufopferung zu “Ehren Gottes” und von Selbstlosigkeit. Heute kennen wir das Konzept der “bedingungslosen Liebe”. Wie schon mal gesagt, können wir uns sowas einreden, aber es ist kein realer Bezugspunkt zur erfahrbaren Wirklichkeit. Jede Form von Handlung in Altruismus gibt, um etwas zu bekommen – selbst wenn wir anderen helfen, tun wir es aus dem Gefühl heraus, etwas Gutes zu tun –  weil es dieses Gefühl ist, welches wir haben wollen.

Denn ALLES was wir tun, entspringt einer bestimmten Absicht des Selbst – wobei uns nicht immer alle Absichten bewusst sind ..

“Bedingungslose Liebe” ist eine Luftnummer, innerhalb der Welt voller Bedingungen in der wir leben. Es herrschen immer Bedingungen – um jemanden helfen zu wollen, dem es schlecht geht, braucht es jemanden dem es nicht gut geht. Oder um einem Unfallopfer erste Hilfe angedeihen zu lassen, braucht es zuerst mal einen Unfall .. und ohne Wertschätzung, keine Liebe.

Die sogenannte “bedingungslose, universelle Liebe” ist vielmehr eine unkonditionierte Liebe, die über die ganze Schöpfung strahlt, aber als Mensch innerhalb einer bedingten Welt und konditionierter Menschen kannst du das nicht leben. Man kann den innersten, göttlichen Kern aller Menschen “lieben”, aber die jeweilige Person .. ähm, nun ja .. mal ja, mal nein.

Selbstlosigkeit und Bedingungslosigkeit sind gebastelte Konzepte des Mentalkörpers, im Versuch, Wirklichkeiten, die er nicht ganz verstehen kann, auf die physische Ebene zu adaptieren.

Auch die Idee, das Ego zu transzendieren dürfte eine Vorstellung des Mind sein, eine Interpretation, die aus der Verleugnung des JETZT, der Gegenwart resultiert. Wir können da rumbasteln soviel wir wollen, das Ego zu transzendieren wird nicht funktionieren, es ist nichts falsches am Ego. Seine Verzerrungen sind dem “strategischen Selbst” zuzuordnen, was allerdings auch nur eine weitere Ressource ist um hier zu überleben, solange ein solcher Mangel an Bewusstsein und Wertschätzung vorherrschte.

Das “strategische Selbst” zurückzufahren braucht viel innere Arbeit, viel Auseinandersetzungen mit sich selbst und seinen weniger schönen Eigenschaften – aber es ist durchführbar, Stück für Stück, doch es braucht Zeit. Dennoch, ob nun die “niederen Aspekte des Ego”, oder seine “höheren Aspekte”, es sind immer alles Teile von uns SELBST – die wir anschauen sollten.

Es ist ebenso nichts falsches am physischen DaSein, doch es braucht unsere Annahme und Bereitwilligkeit, wirklich anwesend zu sein.

Der Verstand ist nicht dafür gedacht, höhere Wirklichkeiten ganz zu verstehen. Er ist das Werkzeug für die physische, langsamer schwingende Ebene, um zu lernen “how to do things”. Und zwar ganz genau, mit ihm kann man alles auseinanderzupfen, beobachten und aufzeichnen, um es irgendwann zu reproduzieren. Materielle Wissenschaft funktioniert ohne rationalen Verstand eher schlecht ..

Und wir sind ja nicht ohne Grund auf dem physischen Plan inkarniert, da gabs Absichten .. Zwinkerndes Smiley

Die höher schwingenden Wirklichkeiten sind eigentlich mehr durch FÜHLEN zu verstehen, durch Bilder, die so schnell im Kopf und verstanden sind, da kommt kein Mind wirklich mit. Er interpretiert dann halt gerne ..

Ja, es ist definitiv nicht leicht, all die verschiedenen Ebenen zu integrieren, langsam verstehe ich was Multidimensionalität bedeutet. Die Herausforderung für Menschen, die sich mit Bewusstsein auseinandersetzen und sich selbst tiefer verstehen wollen besteht darin, ALLE Ebenen IN sich zu akzeptieren und anzunehmen.

Ob “gut” oder “schlecht”, ob “blau oder grün”, ob Negativität, oder die mehr schöneren, erfreulichen Dinge – ALLES hat einen Grund, einen Zweck. Es gibt immer viele Gründe, warum “die Dinge” in eines Menschen Leben sind. Sie dienen letztlich dem Wachstum der Menschen, egal, in welcher Farbe oder Klang sie daherkommen. Diese Klänge räsonieren immer mit dem Ton im INNEREN der Menschen, ist Resonanz.

Ich meine, die Herausforderung besteht darin, zu akzeptieren, dass alle Ebenen von erfahrbarer Wirklichkeit eine unsichtbare Treppe bilden auf der wir entlangspazieren. Je nachdem, welchen Reifegrad wir absolviert und gelernt haben. Dabei haben wir sämtliche Bereiche, die physisch – körperlichen, mentalen, emotionalen und energetisch-spirituellen Zusammenhänge zu integrieren und zu akzeptieren.

Übernimm die Verantwortung für dich, deine Gedanken und Emotionen. Liebe die Schöpfung, liebe dich selbst, nimm die Erde und die Materie an. Akzeptiere Menschen wie sie sind und lebe dein Leben. Es als Illusion zu betrachten würde bedeuten, dass auch die anderen Ebenen der Realität nicht existieren, bzw. eine “Täuschung” wären. Denn alles ist miteinander verbunden, Materie und Spirit sind keine Gegensätze, im Gegenteil, ohne Spirit, ohne Beseelung, würde es keine Materie geben.

Alles, ohne Ausnahme hat Bewusstsein, ist in Existenz und hat ein Gewahrsein dafür dass es IST.

PS.: Ach ja, ich vergaß – der Elefant. Okay, Auflösung: Kühlschrank öffnen, Elefant rein, Tür zu! News image

Untill next time, same station ..

Quellennachweise:

http://stevenblack.wordpress.com/2013/08/04/die-geburt-des-ego-und-seiner-limitierungen/

http://www.befreite-ernaehrung.de/index.php/kunlun-neigong/

© Steven Black

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http://de.wikipedia.org/wiki/Aurobindo_Ghose


Ein Gedanke zu “Wie kommt der Elefant in den Kühlschrank?

  1. Vielen Dank für den Beitrag! Das Leben hier auf dieser Erde ist wie das Ein- und Ausatmen. Also ist es Geben und Nehmen. – sonst würde sich der andere Teil irgendwann erzwingen. Allerdings sollten wir uns bewu´ßt sein, wenn wir uns auf die geistigen Kräfte verlassen, bekommen wir unendliche Hilfe, wir können also, wenn wir bitten, uns von unseren geistigen Begleitern immer helfen lassen und wir können wahre Wunder erleben. Aber nach dem Prinzip des Gebens und Nehmens muss auch der „Geistige Heiler“ eine Gegenleistung einfordern. Auch er macht nichts umsonst. Gehen wir in Meditation, um Hilfe zu erfahren, opfern wir auch immer etwas. Wir legen z. B. einen kleinen Betrag zur Seite, um gutes zu tun.

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