Vegan ja, aber bitte richtig

30vegan-1186353_960_720Hallo lieber bewusster Mensch,

du willst dich gesund ernähren und keine Tiere oder tierische Produkte essen? Das finde ich super. Doch bist du auch wirklich bereit auf Fleisch zu verzichten?

Mancher Veganer scheint dazu nicht wirklich bereit zu sein und so entwickelt sich gerade eine Fleisch freie vegane Industrie, die alles mögliche in den Fleischersatz hinein packt, außer halt tierische Produkte und Fleisch. Doch ist das gesund? Ich bezweifle es sehr. Natürlich kann ich verstehen, dass man den Geschmack von Fleischprodukten haben will, aber seinem Gewissen auch folgen möchte.  Typisch für die heutige Zeit, auf nichts verzichten wollen, schön bequem alles haben aber bitte ohne die Nachteile wie Tierleid. Es ist der reinste Irrsinn und zeigt eigentlich auch, das Fleischkonsum aus diesem Blickwinkel heraus unnötig ist, denn der Fleischgeschmack, den wir kennen, besteht ja hauptsächlich aus Gewürzen und weiteren Zutaten. Jede Wurstart, egal ob Aufschnitt oder Bratwurst oder Wiener Würstchen oder auch Fleisch in Steak- oder Schnitzelform, alles ist gewürzt,
teilweise haltbar gemacht mit Nitrit und anderem ungesunden bis gesundheitsschädlichem Zeugs vermischt und mariniert oder paniert.  Das Gleiche geschieht mit den Fleischersatzprodukten. Warum also essen wir Fleisch und Fleischersatzprodukte, die meist aus Soja stammen? Woran liegt es? Ganz einfach, am Geschmack, wir kennen diese Aromen aus frühster Kindheit, haben uns an sie gewöhnt, sie lieb gewonnen, es geht wie bei so vielem in Richtung Suchtverhalten. Ich wette, kaum einer der Fleisch isst, würde es mögen, wenn er es ohne Würzung, ohne Soßen maximal in neutralem Öl gebraten serviert bekommen würde und für Soja gilt dies auch.

Aber rollen wir das ganze doch von der anderen  Seite auf. Wer auf Fleisch nicht verzichten kann, aber keine tierischen Zutaten essen möchte der kann im Grunde einfach komplett auf Fleisch UND Fleischersatzprodukte verzichten, er muss nur lernen, seine Zutaten und Gewürze beim Kochen so zu kombinieren, dass die geschmackliche Sucht nach diesen Produkten befriedigt werden kann. Dazu braucht er dann weder Hefeextrakte, noch Nitritsalze noch sonstige Geschmacks- und Haltbarkeitsstoffe. Ohne schmeckt es eh besser. Kleiner Tipp, wer so gar nicht auf Fleischersatz verzichten mag, dem lege ich nahe, ihn zuhause selbst herzustellen, da weiß man dann wenigstens was drin ist. Man spart damit wahrscheinlich auch noch ne ganze Menge sandwich-1051605_960_720Geld, denn die veganen Fertigprodukte sind ja nicht günstig und meist sind sie nicht mal bio. Es gibt diese Supermarktkette Veganz, deren Produkte auch immer mehr bei anderern Ketten zu finden sind. Abgesehen davon hat jetzt jeder Discounter und Supermarkt auch vegane Fleischersatzprodukte, bei denen man noch genauer hinschauen muss, was so drin ist. Mir vergeht regelmäßig der Appetit wenn ich die lange Zutatenliste lese. An sich wäre das ja eine super Trend, wenn er nachhaltiger wäre. Denn auf Fleisch und Tierprodukte zu verzichten, finde ich sehr sinnvoll, doch dabei Fastfoodfertiggerichte und Fleischersatzprodukte mit langer Zutatenliste anzubieten, kommt mir halt genauso unsinnig vor, wie die „normalen“ Fertigprodukte und Fastfoodangebote, denn erstens ist Soja sehr umstritten und zweitens sind diese ganzen Zusatzstoffe, die in all den Fertigpodukten drin sind gesundheitsschädlich. Da sind die veganen Fleischersatzprodukte und andere vegane oder vegetarische clay-pot-622750_960_720Fertigprodukte keine Ausnahme.

Wahrscheinlich rechnet sich das ganze ganz gut für die Industrie, die hier einen neuen Trend befeuert und gleichzeitig befriedigt. Die Zeit ist wohl reif, das vegane Leben voll auszuschlachten. Oh, bitte verzeiht mir diese Wortwahl 🙂  Doch vegan bedeutet viel mehr als Fleischersatzprodukte, auch wenn die Lebensmittelindustrie dies nicht propagiert. Denn alles, was nicht vom Tier kommt, ist vegan und wenn es dann noch bio und nachhaltig produziert, wenig oder unverarbeitet ist und möglichst regional, dann spricht alles dafür.

Also VEGAN ja bitte, aber bitte nachhaltig und ohne diese Fleischersatzfertigprodukte, die ungesund und viel zu teuer sind. Stattdessen sollte man echt auf dem Markt, beim Bauern oder im Biomarkt Gemüse und Obst kaufen. Und wenn man dann noch lernt, richtig zu würzen, dann braucht man diese hoch verarbeiteten Fertigprodukte nicht mehr.


Nochmals, hier geht es um das Thema, Vegan als Fleischersatz. Ich stelle fest, dass im veganen Bereich viel Werbung gemacht wird, für diese veganen Fleischersatzprodukte. Daraus schließe ich zwei Dinge: Erstens es gibt eine ausreichend große Nachfrage und zweitens, es lohnt sich für die Produzenten und Märkte.  Wenn jetzt jemand sagt, der Veganer an sich verzichtet auf vegane Fleischersatzprodukte, dann denke ich, ja, so wird es bei vielen echten Veganern auch sein, doch die Gruppe der Fastfoodfleischersatzliebhaber scheint im vegangen Markt solide zu sein und die Industrie schafft wohl einen Trend um mehr Menschen weg vom Fleisch hin zum Sojaersatz zu bringen. Ich weiß nicht ob das  so gut ist, denn Soja bedeutet ja auch wieder nicht, dass der Planet nachhaltiger bewirtschaftet wird, denn Soja ist eine Monokultur und wird es schon in rauen Mengen als Tierfutter angebaut, wenn die Tiere wegfallen, wird es halt zum Menschenfutter und dabei darf man dann auch die Frage stellen, wie dieses Soja denn genau angebaut wird? Genmanipuliert, Glyphosat belastet, Menschen verachtend und agriculture-1359862_960_720widernatürlich? Und das soll dann VEGAN sein?

Ich sage also im Grunde nichts anderes, als dass ich die Finger von dem vegetarischen und veganen Fleichersatzzeugs lasse. Ich esse lieber ein Bioei von glücklichen Hühnern. Ich bemühe mich auch auf Fleisch zu verzichten und wenn doch mal, dann auf hochwertiges zurückzugreifen, am besten Bio und aus der Region.  Ich bin also kein Veganer, kein Vegetarier, finde beides aber erstrebenswert und unterstütze das. Abgesehen von Soja und der Fleischersatzindustrie, die dem Menschen und der Umwelt schadet, ist veganes Leben eine sinnvolle Sache.

Kurz noch zu meiner Ernährung: Ich habe mich schon sehr ungesund mit Fertigprodukten, Fastfood aber auch rohköstlich vegan (6 Monate), Vegan (3 Monate) und Vegetarisch (immer wieder) ernährt. Aktuell würde ich mich als „Teilzeitvegetarier“ bezeichnen.  Und das scheint mir im Moment die für mich gesündeste Ernährung zu sein. Dazu dann aber mehr in meiner Reihe „Körper, Geist und Seele, meine Reise ins Glück“.

INFO: Bilderquelle: https://pixabay.com/

Buchtipp:

Folgenabschätzung für die Landwirtschaft zum teilweisen oder vollständigen Verzicht auf die Anwendung von glyphosathaltigen H…

Die Anwendung und der Absatz glyphosathaltiger Herbizide haben in den vergangenen 10 Jahren in Deutschland stark zugenommen. Rund 40% der Ackerfläche Deutschlands werden jedes Jahr mit glyphosathaltigen Herbiziden behandelt. Dies hat Fragen und Diskussionen zur generellen Anwendung, zu Anwendungsgebieten und Anwendungshäufigkeiten glyphosathaltiger Herbizide aufgeworfen. Die aktuellen Diskussionen um gesundheitliche Auswirkungen von Glyphosat sowie die hohen Absatzzahlen glyphosathaltiger Präparate in Deutschland und weltweit provozieren Fragen nach einer Einschränkung der Anwendungen oder gar einem Verbot des Wirkstoffes. Glyphosat ist ein herbizider Wirkstoff, der aufgrund seiner besonderen Eigenschaften vor allem im Ackerbau, aber auch in Dauerkulturen, in verschiedenen Anwendungsbereichen eine wichtige Rolle spielt. Zu erklären sind die gestiegenen Ausbringungsmengen in Deutschland nicht nur mit dem breiten Anwendungs- und Wirkungsspektrum, den flexiblen Anwendungszeitpunkten und der Wirkungssicherheit dieses Wirkstoffes, sondern auch mit dem Anstieg der pfluglosen Bodenbearbeitung, der Ausweitung bodenschonender Bearbeitungsverfahren überhaupt sowie mit arbeitswirtschaftlichen Gründen. Vor allem die wirtschaftlichen Faktoren haben dazu beigetragen, dass die Anwendung glyphosathaltiger Herbizide gegenüber anderen ackerbaulichen Maßnahmen meist eine größere relative Vorzüglichkeit aufweist. Derzeit unterliegt der Wirkstoff Glyphosat einer Neubewertung im Rahmen der EU-Wirkstoffprüfung, in der Deutschland die Pflichten des berichterstattenden Mitgliedstaats übernommen hat. Dabei werden vor allem Auswirkungen auf die Gesundheit von Mensch und Tier und Umweltwirkungen von Glyphosat vor dem Hintergrund neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse eingehend überprüft. Das Julius Kühn-Institut mit seiner Kompetenz im Bereich der Kulturpflanzenproduktion prüft im Rahmen der EU-Wirkstoffprüfung die Wirksamkeit und den Nutzen der Anwendung von Glyphosat. Im Rahmen der aktuellen politischen und öffentlichen Diskussionen sowie im Zusammenhang mit der Neubewertung wurden auch Fragen nach einer Beschränkung des Anwendungsumfangs und dessen Auswirkungen gestellt. Diesen Fragen wird in der vorliegenden Studie nachgegangen. Dabei soll abgeschätzt werden, welche Konsequenzen ein vollständiger oder teilweiser Verzicht der Anwendung von Glyphosat für die Landwirtschaft in Deutschland haben kann. Zur Abschätzung der Auswirkungen wurden praktikable chemische und nichtchemische Alternativen als Ersatz für die Glyphosatanwendung untereinander aber auch mit der Glyphosatanwendung verglichen. Die Alternativen sollten im Ergebnis für die Betriebe möglichst keine oder nur geringe wirtschaftlichen Nachteile und gleichzeitig keine nachteiligen Umweltwirkungen mit sich bringen. Der Fokus dieser Folgenabschätzung liegt damit auf der Anwendung und den Auswirkungen auf die landwirtschaftlichen Betriebe und die Landwirtschaft.